Tag Archive : Route

zurück in die Emilia-Romagna

21.-22.11. Comacchio

Unsere nächste Zwischenstation ist Commacchio – eine der vielen Tipps von unserem lieben Pino. Der kleine Ort mit seinen Wasserkanälen liegt in unmittelbarer Nähe des Po-Deltas. Es wirkt hier ein wenig venezianisch, nur viel rugier und kleiner. Später fahren wir auch mal zum Delta des Pos – Italiens größtem Fluß. Am Meer machen wir wegen sehr starker Winde allerdings schneller wieder Kehrt als gedacht.

22.-24.11. Rimini und San Marino

Von Comacchio aus geht es weiter entlang der italienischen Ostküste bis nach Rimini. An einem Park in der Nähe der bekannten Urlaubsstadt stellen wir unseren Willi ab und erkunden zunächst erst mal San Marino, was hier direkt „um die Ecke“ oben in den Bergen liegt.

Zum Artikel zu San Marino geht’s HIER

Radtour durch Rimini

In Rimini nutzen wir dann mal wieder unsere Fahrräder für eine ausführliche Stadt-Tour. Die Stadt mit ihren ca. 150.000 Einwohnern ist in der Nebensaison natürlich ebenfalls sehr ruhig. Schließlich ist Rimini vor allem als Badeort im Sommer berühmt. Die Altstadt im Zentrum ist sehr übersichtlich und daher für uns per Fahrrad schnell umkurvt. Im Zentrum gönnen wir uns mal wieder einen Kakao mit extra viel Sahne =0) bevor es dann zum Hafen und von da mit dem Auto wieder zurück zum Wohnwagen geht.

Goedendag Belgien

Von Calais aus reisen wir heute – zum ersten Mal – nach Belgien. Wir wissen zumindest schonma vorab, dass es hier einen niederländisch Teil (Flandern) im Norden (außer Brüssel) und einen französischen Teil (Wallonien) im Süden gibt. Die Strände in Belgien sollen nicht so toll sein, da die gesamt Küstenregion wohl mit Industrieanlagen (ähnlich großer Teile Japans) zugebaut sein soll. Daher fahren wir gleich Richtung Landesinneres. Wir wollen uns mit Brügge und Brüssel zwei der bekanntesten Städte ansehen und anschließend das ruhigere Hinterland im Süden bereisen.

Brügge, 13.06.2017

Als erstes Ziel haben wir uns Brügge rausgesucht. Die eher kleinere Stadt mit ihren vielen kleinen Grachten und ihrem sehr gut erhaltenen Innenstadt-Kern wirkt auf uns wie die kleinere und ruhigere Version von Amsterdam. Die Stadt erkunden wir locker zu Fuß (auch wenn man dafür auch eine Bootsfahrt machen kann). An jeder Ecke gibt’s hier natürlich Süßes und Deftiges vom Feinsten: Belgische Waffeln belegt mit alles Möglichen, Schokolade und Pralinen in zig Varianten; dazu kommen noch die weltberühmten belgischen Fritten, die hier angeblich ganz besonders gut schmecken sollen, weil sie in tierischem statt pflanzlichen Fett frittiert werden. Vom leckeren belgischen Bier wollen wir gar nicht erst anfangen…
Wir zwei sind ja seit einer Weile auf Kohlehydrate- Entzug und das ist dann hier echt fies.

Am Ende des Tages haben wir eine Waffel, einmal Pommes und zwei kleine Biere probiert =0) Unser Fazit: Die Waffel war supergeil – dabei hat uns (als Zuckerentwöhnte) schon die „natur“-Variante ohne extra Zucker oder sonstigem Belag vollkommen ausgereicht. Die Pommes waren nicht besonders (da gibt’s wohl in Brüssel noch viel bessere und überhaupt nur dort die „Echten“) und das Bier war lecker. Zwar gleich mal 12 % Alkohol, aber man gönnt sich ja sonst nichts…

Am Abend schlafen wir zwei dann buchstäblich „unter der Brücke“. Ela hat in Bellem – zwischen Brügge und Gent – einen ruhigen Rastplatz für die Nacht entdeckt, der direkt an einem Kanal unter einer Brücke liegt. Aber alles halb so wild. In unserem Willi haben wir ja allen Komfort. Zum Abendessen gibt’s dann noch die Reste von unserer gestrigen Delikatessen-Fatsche aus Frankreich – diesmal ohne Nebenwirkungen =0)

Bretagne – Couchsurfing in Rennes

Dienstag, 6.6.2017

Auf unserer Reise surch Frankreich erreichen wir die Region Bretagne. Und der Name ist vielversprechend. Schließlich ist er von Britannien abgeleitet und dass heißt für uns gleich mal Regen, Regen und nochmals Regen. Typisch englisches Wetter begleitet uns in den nächsten Tagen…
Bevor wir uns mit Lise-Marie treffen, nehmen wir auf der Strecke noch La Roche aux Fées mit.
Dabei handelt es sich um eine Megalith-Anlage aus der Jungsteinzeit. Die ganze Anlage ist noch gut erhalten. Es ist wirklich kaum vorstellbar, dass die Decksteine zwischen 20 bis 45 Tonnen wiegen sollen!!! Am Nachmittag treffen wir dann bei unserem Couchsurf-Platz ein. Lise-Marie wohnt in Chartres-de-Bretagne, südlich von Rennes. Wir waren sehr an ihrer Lebensgeschicht interessiert, da sie auf ihrem Profil angegeben hatte, dass sie neben französich auch englisch und NEPALESISCH spricht. Sie erzählt uns, dass sie vor ein paar Jahren in Nepal gelebt hat, dort einen Mann geheiratet und mit ihm ein Kind bekommen hat. Später ist sie mit den beiden nach Frankreich zurück gekehrt, die Ehe ging in die Brüche und nun leben die beiden getrennt und haben die kleine abwechselnd bei sich. Das ist ganz schön viel Geschichte für eine Frau in unserem Alter.
Wir verbringen eigentlich fast den ganzen Tag bei Ihr und tauschen unsere Erlebnisse und Ideen aus. Zum Abendessen zaubert sie uns herzhaft gefüllte Crèpes (die Crèpes werden dabei in Butter angemacht und nach und nach befüllt, dadurch werden sie schön knusprig). Am nächsten Morgen gibt’s noch ein gemeinsames Frühstück, bevor Lise-Marie zur Arbeit muss. Etwas später starten wir dann auch.

Atlantikküste im Schnelldurchgang

Samstag, 3.6. – Bordeaux, Fort Boyard, La Rochelle

Das Wetter wir immer „schlechter“. Daher nutzen wir den Regentag zum Wäsche waschen und Strecke machen. Nach einer kurzen Stadtrundfahrt einmal quer durch Bordeaux geht es weiter nach Fort Boyard – der bekannten Gefängnisinsel. Wir ersparen uns die Fähre und machen nur ein paar Bilder aus der Ferne. In La Rochelle sind wir etwas später vom kostenlosen Übernachtungsplatz direkt am Hafen nicht sehr begeistert und so fahren wir weiter Richtung Nantes. Nachdem wir von einem Übernachtungsplatz zum nächsten tingeln (die entweder zu klein für unser Gespann sind oder zu nah an der Straße liegen) landen wir – eher zufällig an einer kleinen Touristen-Infomation in Chaillé-les-Marais mitten im Niemandsland. Der Parkplatz liegt schön versteckt in einem kleinen Wald und da von heute bis die Pfingstfeiertage anstehen bleibt das Tourismusbüro geschlossen und wir haben den Platz für uns. Die Sonne kommt wieder raus und wir nutzen den Sonntag für Sport, Lektüre, Reiseplanung und Blog-Schreiben. Das Gelände bietet uns zudem noch einen kleinen Erlebnispfad mit „echten französischen Mulis“ und einer Nutria-Familie, die sich direkt neben uns im vorbei fließenden Bach tummelt.

Pfingstmontag, 4.6. 

Nach dem gestrigen „Ruhetag“ fahren wir Richtung Rennes. Dort haben wir einen Couchsurfing-Platz gefunden, wo wir am Mittwoch für eine Nacht bleiben können. Auf halber Strecke – das Wetter ist wieder etwas trüber und damit perfekt zum Fahren – halten wir heute Nacht mal wieder auf einem der vielen und sehr gut ausgebauten Autobahn-Rastplätze, bevor wir morgen Lise-Marie in Rennes besuchen…

back to France – Messanges & Dune du Pîlat

Messanges 31.5.-1.6.

Nach einer kulinarischen Verwöhn-Tour in San Sebastian wollen wir heute entlang der spanischen Atlantikküste über die „Grenze“ nach Frankreich fahren. Heute ist Ricos Geburtstag, in den wir gestern rein gefeiert haben, also gehen wir den Tag langsam und spät an. Nach einer gemütlichen Fahrt über die Grenze decken wir uns erstmal für ein leckeres Mittagessen ein. In Messanges finden wir dann einen „kostenlosen“ Stellplatz in Strandnähe. Eigentlich handelt es sich um einen Ausweichparkplatz auf einer Wiese, der mit einer Höhenschranke für Wohnmobile und Wohnwagen abgesperrt ist. Aber die Franzosen nehmen es mit der Gesetzgebung ja nicht so genau, haben den Schlagbaum kurzerhand außer Gefecht gesetzt und nun einen „Campingplatz“ für sich und uns geschaffen. Das Wetter ist bombastisch und so begeben wir uns – nach einem ausführlichen Mittagessen – an den Strand. Wir bleiben 2 Tage hier bevor es weiter gen Norden geht.

  

Dune du Pîlat 2.6

An der Atlantikküste Frankreichs gibt es eigentlich 2 Highlights: Die Düne du Pîlat – Europas größte Wanderdüne und den Mont Saint-Michel – ein Kloster auf einer Insel im Norden des Landes. Und da wir nun schon mal in der Nähe sind, fahren wir heute zur besagten Düne…
Wir parken uns im Schatten ab, Essen erstmal was und starten dann den Aufstieg. Das Wetter ist weiterhin super und so nimmt dieser riesige Sandhaufen durchaus etwas Zeit und Kraft in Anspruch. Später entdecken wir in – weiter nördlich – in Lége noch einen schönen und kostenfreien Campingplatz im Wald. Von hier aus machen wir noch einen kleinen Abendspaziergang zum nahe gelegenen Strand. Allerdings zieht sich der Himmel langsam zu und so verzichten wir mal aufs Baden..

Saarbrücken bis Avignon

Auf unserem Weg nach Südspanien geht es durch Frankreich – bis zur Mittelmeerküste. Wir wollen natürlich noch ein bisschen was vom Land sehen. Außerdem möchten wir (wie immer) so günstig wie möglich reisen. Daher meiden wir die Autobahnen – die fast immer mautpflichtig sind – und nutzen lieber die meist parallel dazu verlaufenden Landstraßen. Da wir mit unserem Willi eh nicht schneller als 80 km/h fahren können, ist es auch egal, wo wir lang fahren. In den nächsten Tagen auf dem Weg zur Küste übernachten wir meistens irgendwo auf kleineren Abstellplätzen außerhalb der großen Städte. Über das Camping in Frankreich lesen wir vor allem viel über Einbrüche und Diebstähle in Wohnwägen und -mobile. In den Großstädten und vor allem in der Gegend in und um Lyon soll es besonders schlimm sein. Da wir ohnehin keine Freunde von großen Städten sind, „besichtigen“ wir Orte wie Nancy, Dijon oder Lyon lieber tagsüber vom Auto aus und suchen uns für die Nacht eher abgelegene Plätze. Über die verschiedensten Apps findet man eigentlich immer was.

In Avignon machen wir dann mal einen längeren Stop. Eigentlich halten wir hier nur, weil uns das bekannte französische Kinderlied wieder einfällt: „Sûr le pont dÁvignon…“. Wenn wir schon mal hier sind, können wir uns dann auch gleich mal die viel besungene Brücke ansehen. Wir stellen unseren Willi auf der kleinen Insel Île de Piot ab und fahren mit unserer Goldie in die Innenstadt. Was wir bis dahin noch nicht wussten: Avignon war von 1309 bis 1423 Papstsitz und hat auch heute noch einen gut erhaltenen historischen Stadtkern, der uns ein wenig an den Vatikan erinnert. Nachdem wir im Stau die Stadtmauern passiert und tatsächlich noch einen freien Parkplatz gefunden haben!!! nutzen wir den Rest des Tages, um hier alles zu erkunden. An der aus dem Lied bekannten Brücke machen wir natürlich auch noch halt. Leider ist nicht mehr viel davon übrig. Da uns 5,- EUR Eintritt pro Person für eine kaputte Brücke, auf der man dann nur ein paar Meter lang laufen kann, definitiv nicht das Geld wert ist, gibt’s nur Bilder von außerhalb =0) Am Abend geht’s dann zurück zu unserem Willi.

#109 – Woche in Bildern

Woche 109 – Tallinn – Helsinki – Pärnu

Tallinn 09. – 12.11.2015

Nach dem eher schlechten Wetter der letzten Tage hier in Tallinn nutzen wir diese Woche, um uns näher mit der estnischen Hauptstadt vertraut zu machen. Das Herzstück ist die alte und gut erhaltene Altstadt mit ihrer Stadtmauer und den engen Gassen. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und einer Wochenkarte kommt man hier am besten überall hin. Interessant finden wir zudem, dass in Estland vor kurzem ein Gesetz verabschiedet wurde, dass jedem Esten kostenloses Internet im gesamten Stadtbereich zusichert – das ist doch mal fortschrittlich. Für uns Touris gilt das also leider nicht, aber der Ansatz ist super – vor allem mit Blick auf Deutschland, was nach wie vor diesbezüglich mehr als rückschrittlich aufgestellt ist…
In der Innenstadt wollen wir dann in einer sehr bekannten Kneipe einkehren, in der man lecker gefüllte Pfannkuchen bekommt, leider wissen das auch viele andere hier und so müssen wir uns erstmal einen Tisch „erkämpfen“, den wir dann noch mit zwei Mädels aus der Stadt teilen. Aber es hat sich gelohnt, die Pfannkuchen sind super lecker…
In den nächsten Tagen fahren wir dann noch ins Eishockey-Stadion, wo wir uns einen traditionellen Markt ansehen können – viele Menschen hier tragen traditionelle Trachten und zeigen uns  Nahrungs-, Kleidungsmittel und Handwerrkskunst aus der Vergangenheit, die sich größtenteils noch bis heute erhalten haben.
Da das Stadtgebiet nicht sehr groß ist und Tallinn an der Ostseeküste liegt, ist ein Naturpark am Wasser natürlich auch nicht weit. Lange Spaziergänge entlang der schönen Küste – und das fernab von jedem Stadtlärm – können wir nur empfehlen =0)

Freitag, 13.11.2015 Helsinki

Heute geht’s nach Finnland. Dazu musst du HIER klicken

 

Pärnu, 14.-15.11.2015

Nach dem gestrigen Ganztagesprogramm ist heute ausruhen und packen angesagt. Heute Abend fahren wir mit dem Bus weiter nach Pärnu. Die kleine Touristenstadt am Rigaischen Meerbusen what uns Michail – unser Couch-Host – empfohlen. Über booking.com haben wir uns ein günstiges Hostel gebucht, erstmal nur für 2 Nächte – mal sehen.
Wir verabschieden uns von Michail und danken ihm für seine Gastfreundschaft, bevor wir den Wegzum Busbahnhof nehmen.
Nach ein paar Stunden Busfahrt erreichen wir schließlich Pärnu. An der Rezeption im Vintsi Hostel sind wir dann gleich zweimal überrascht. Zum Einen, weil wir uns mit dem EIgentümer im besten Deutsch unterhalten können, zum Anderen aber – und da hat’s uns echt die Sprache verschlagen – weil wir am Empfang noch einen Franzosen treffen, der PERFEKT DEUTSCH spricht, OHNE AKZENT !!! Also wir haben ja schon viele Franzosen getroffen, aber sowas haben wir noch nie erlebt… Naja so verbringen wir den ganzen Abend, ohne erstmal einzuchecken – am Empfang und unterhalten und über die Greschichte Estlands und Pärnu (was eigentlich mal Pärnau hieß -> deutscher Name). Der Inhaber sammelt alte Bücher und Zeitungen, die von der Geschichte des Landes erzählen. So versinken wir in deutschen Straßenführern von 1895 und alten Zeitschriften, die von der deutschen Besiedelung der Gegend berichten… gegen Mitternacht beziehen wir dann unser gemütliches Zimmer.

Am nächsten Tag soll Pärnu mal zeigen, was es zu bieten hat – zunächst ertmal schlechtes Wetter !!! Wir laufen zielstrebig zum Strand und von da aus quer durch die kleine Stadt, die in der Nebensaison natürlich wie ausgestorben wirkt. Das Wetter wird nicht besser und sobesorgen wir uns ein paar Lebensmittel für’s Abendessen und machen es uns den Rest des Tages im Zimmer gemütlich. Das unsere Reise am nächsten Morgen abrupt enden sollte, wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht…

#108 – Woche in Bildern

Woche 107/108 – Russland im Schnelldurchgang und Estland

 

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Samstag, 31.10.15

Nach unserem China-Abenteuer geht es für uns weiter nach Russland. Per Flugzeug – diesmal mit S7, einer uns noch völlig unbekannten Airline, die ihren Job aber sehr gut gemacht hat =0) sind wir am 31.10. von Peking aus nach Irkutsk – am Baikalsee – geflogen. Für Russland haben wir leider nur ein Transit-Visum bekommen, dass heißt, nur zur Durchreise. Wir können nur 7 Tage im Land bleiben. Zudem mussten wir diesmal von Peking aus alles im Voraus buchen (eine Vorgehensweise, die wir uns bis dahin abgewöhnt hatten), um das Visum zu erhalten. Von Irkutsk geht es dann per Zug über Moskau nach St. Petersburg und von da anschließend per Bus nach Tallinn in Estland…

Bevor wir China verlassen haben, konnten wir in Irkutsk im Vorfeld einen Couchsurfing-Spot bei Julia finden. Als wir am 31. Am Flughafen ankommen (Bild 1), holt sie uns direkt dort ab. Wir laden unser Gepäck in ihrer Wohnung ab und sie plant für uns gleich mal den Tag. Wenn wir schon mal hier sind, sollten wir auch zum Baikalsee fahren, meint sie (und wir natürlich auch). Die meisten Reisenden, die es hierher verschlägt, kommen eigentlich auch nur deswegen. In Russland gehört es mittlerweile zum Trend, unbedingt mal hier gewesen zu sein. Julia bringt uns zum Busbahnhof und organisiert uns Tickets zum See. Sie muss heute noch arbeiten und kann uns daher nicht begleiten.

Per Minibus, vollgestopft mit vorwiegend Einheimischen, geht es dann ca. 1 Stunde lang per Landstraße zum Baikalsee. Hier angekommen, müssen wir uns dann erstmal richtig dick einpacken. In Irkutsk war es ja schon kalt, aber hier am See wehen dazu noch eisige Winde. Zum Glück haben wir uns in Peking, dank Tinis Hilfe mit ein paar Winterjacken ausgerüstet =0) Eingemummt wandern wir am See entlang. In einem kleinen Dorf organisieren wir uns dann erstmal was zum Beißen (Bild 2). Schaschlik und Hühnchen sind die lokale Spezialität. Gut gesättigt wandern wir dann am Ufer des Sees entlang (Bild 3).

Am späten Nachmittag genießen wir dann noch den Sonnenuntergang (Bild 4) bei einem Becher Glühwein – das, zusammen mit der eisigen Kälte fühlt sich doch jetzt fast schon wie Heimat an =0)

Als wir am Abend wieder in der Stadt ankommen, sammelt uns Julia wieder ein und fährt mit uns nach Hause. Sie hat schon das Abendessen vorbereitet. Lokaler Fisch mit Kartoffelgratin… mmmh lecker. Ihr Partner Slava ist diesmal auch da und kann seine Deutsch- und Englischkenntnisse zum Vorschein bringen =0) (Bild 5).

 

Sonntag, 01.11.15

Heute erkunden wir mit Julia die Stadt. Dazu haben wir sogar noch mehr Zeit als gedacht. Unser Zug Richtung Moskau geht, laut Ticket, 13:30 Uhr. Wir wussten allerdings nicht, dass die Zug-Zeiten in Russland alle nach Moskau-Zeit fahren. Da wir hier in Irkutsk 5 Stunden früher leben, müssen wir also erst 18:30 Uhr los und haben somit genug Zeit, den Tag zusammen mit unserer lieben Julia zu genießen. Zusammen unternehmen wir eine Stadt-Tour (Bild 6). Julia führt uns wie ein Profi durch ihre Stadt. Am Nachmittag dürfen wir dann noch ihre Mutter kennen lernen. Dort gibt’s dann auch erst mal lecker Kaffee und Kuchen für uns =0).Julias Mutter hat für uns einen traditionellen Kuchen gemacht (Bild 7), mit Honig und saurer Sahne, können wir nur empfehlen (Rezept folgt) Im Anschluss geht die Stadterkundung weiter (Bild 8). Erst gegen 5 finden wir uns wieder in Julias Wohnung ein, besorgen im Supermarkt im Kellergeschoss noch etwas zu Beißen für die nächsten Tage, packen unsere Rucksäcke ins Auto und fahren zum Bahnhof.

In den nächsten Tagen werden wir nämlich fast ausschließlich im Zug sein. Wir fahren zunächst von Irkustk bis nach Moskau (ca. 4 Tage und Nächte) und von da aus weiter nach Sankt Petersburg.

Wir verabschieden uns von unserer Julia und beziehen unsere Betten in der dritten Klasse, sprich im Schlafwagen-Sammelabteil.

 

Montag, 01.11. bis Mittwoch, 04.11.15

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Die nächsten Tage verbringen wir also hauptsächlich im Zug. Nur ab und zu gibt’s Stopps von 30 bis 60 Minuten, wo wir auch mal den Zug verlassen dürfen, frische Luft schnappen und was zu Essen besorgen können. Auf der Fahrt selbst lernen wir viele Russen kennen, so zum Beispiel eine Schule aus Chita, die zu einem Klassenausflug in Krasnojarsk fahren. Sie sind noch nie Menschen aus einem anderen Land begegnet. Dank ihrer sprachbegabten Lehrerin, die neben Englisch sogar etwas Deutsch spricht, können wir uns heute und morgen bestens unterhalten und austauschen. Die Kids bringen uns gleich noch etwas Basis-Russisch bei. Dabei müssen wir erstaunt feststellen: wenn man es einmal beherrscht, die kyrillischen Buchstaben zu lesen, kann man das Meiste eigentlich ganz gut entziffern bzw. verstehen. Das Russische scheint in den meisten Vokabeln sehr stak vom Lateinischen geprägt zu sein…

Naja, so vergehen die Tage vor allem mit Schlafen, kurzen Zwischenstopps zum Beine vertreten und diversen Bekanntschaften im Zug. So treffen wir zum Beispiel auch auf Vlad, einem Programmierer, der uns die russische Version von Shithead, auf russisch „Durak“ beibringt…

 

Donnerstag, 05.11.15

 

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Gegen 4 Uhr morgens kommen wir am Moskauer Hauptbahnhof an. Wir haben den ganzen Tag Zeit, uns die Stadt anzuschauen, bevor wir gegen 22:30 Uhr weiter nach St. Peterburg fahren. Wir lagern also unser Gepäck im Bahnhof ein und suchen uns erstmal ein Plätzl wo wir Früstück und evtl. auch Internet bekommen. Schließlich hat ja noch nichts weiter geöffnet, selbst die U-Bahn ist noch geschlossen… Im Subway, gleich gegenüber des Bahnhofs treffen wir auf Oleg. Er hilft uns gleich mal mit der Bestellung unserer Subs und wird uns den Morgen über bis zum Vormittag begleiten. Gemeinsam fahren wir etwas später mit der U-Bahn zum Roten Platz. Um 8 Uhr morgens ist hier natürlich noch nichts los und so genießen wir die Stille und die imposante Architektur der Hauptstadt. Gegen 9:30 Uhr muss Oleg sich von uns verabschieden und so erkunden wir die Stadt auf eigene Faust weiter: Kreml, Bolchoy-Theater (was übrigens nur soviel wie großes Theater heißt…) und Nationalmuseum. Moskau ist eine lebhafte Stadt, in der sich, wie in vielen deutschen Städten, alte und moderne Architektur abwechseln. Zum Mittag gibts dann Pelmeni, sprich: russische Tortellini… Je später es wird, desto mehr Menschen sind hier natürlich unterwegs und das ganze Treiben wird doch etwas zu hektisch für uns. Das war am Morgen natürlich wesentlich entspannter. Nach ca. 14 Stunden Stadterkundung schleichen wir dann totmüde zum Bahnhof zurück und steigen gegen 22 Uhr in unseren Zug nach Sankt Petersburg. Der wird uns in ca. 7 Stunden wieder rausschmeißen. Daher verschwenden wir keine Zeit, machen nur schnell unsere Betten, kurz ab ins „Bad“ und dann nix wie ins Land der Träume…

 

Freitag, 06.11.15

 

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Wir erreichen St. Petersburg gegen 5 Uhr morgens. Das Tagesprogramm sieht heute also ungefähr genauso aus wie gestern in Moskau… Bis zu unserer Busfahrt nach Estland gegen 22 Uhr haben wir Zeit, um uns die Stadt anzusehen. Im Vergleich zu Moskau wirkt St. Petersburg irgendwie schöner. Überall in der Innenstadt stehen restaurierte Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert, so als hätte es hier nie irgendwelche kiregerischen Zerstörungen gegeben. Die Autos und Busse passen irgendwie gar nicht so recht ins Bild. Vielmehr fühlt man sich hier tatsächlich wie ins 18. Jahrhundert versetzt. Auch die kleinen Kanäle, die die Innenstadt durchziehen, geben der Stadt ein venezianisches Flair. Wir sind total begeistert. Wir wollen am liebsten jede noch so kleine Gasse durchlaufen, doch merken wir die 14 Stunden von gestern in unseren Knochen. Zum Mittag fallen wir auf dem Nevsky Prospekt im Katuschka, einem typsich russischen im Stile des 18. Jahrhunderts, ein. Frisch gestärkt, mit Borsch und Pelmeni geht’s nochmal in die City, diesmal ohne den Nebeldunst vom Morgen. Das Ermitage, das wohl weltweit größte Kunstmuseum der Welt, haben wir aber ausgelassen…

Am Abend geht’s dann zum Busbahnhof. Der Bus bringt uns dann, nach kurzem Stopp an der Estnisch-russischen Grenze gegen Mitternacht, bis nach Tallinn, wo wir bei Mihhail, unserem Couchsurf-Host für die nächsten Tage unterkommen.

 

Samstag und Sonntag, 07. und 08.11.15

 

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Nach den vielen Reisetagen im Zug und den doch schlauchenden Stadterkundungen in Moskau und St. Petersburg genießen wir es, mal wieder ein Zimmer mit Bett zu haben. In Tallinn nutzen wir die ersten Tage zur Stadtbesichtigung und zum Erholen. Schleßlich ist das Wetter sehr herbstlich verregnet und lädt auch zum entspannen geradezu ein. Ein paar gute Einblicke in Estlands Hauptstadt haben wir trotzdem erhalten. Das wir in der nächsten Woche natürlich auch noch fortgesetzt…

<

#106 und 107 – Wochen in Bildern

Woche 106 und 107 – Familienleben in Peking und chinesische Mauer

Vor zwei Tagen sind wir in Peking gelandet. Wir wohnen mit Tini, Benny und ihrem Sohn Moritz in ihrem Apartment im Oakwood, einem Hotel in der Innenstadt. Da Benny unter der Woche arbeitet, verbringen wir die meiste Zeit mit Tini und Moritz. Zudem lernen wir viele liebe, vor allem Deutsche kennen, die ebenfalls im Hotel wohnen. Die meisten sind in der gleichen Situation; die Männer arbeiten für VW, Audi, BMW oder Mercedes und die Frauen kümmern sich um Haushalt und Kind und nutzen die Zeit, um eigene Projekte auf die Beine zu stellen. Tini zum Beispiel ist vor allem dem Nähen und Schneidern „verfallen“. Für Ela macht sie gleich mal eine Mütze und ein paar Stulpen, natürlich alles aufeinander abgestimmt – made by „von tini“ halt =0).
Mit Tini als Guide lernen wir nun Peking in den nächsten 2 Wochen kennen; wir fahren zum Kohleberg und sehen uns die verbotene Stadt an, schlendern über diverse Märkte und machen Underground-shopping =0) wo wir uns gleich noch mit Winterjacken eindecken. Am späten Nachmittag sitzen wir dann meistens alle gemütlich beisammen, Rico und Benny spielen PlayStation und die Frauen studieren das Internet oder treffen sich auf der Terrasse mit den „Nachbarn“ und tauschen sich über die alltäglichen Erlebnisse, Sorgen und Freuden aus. Abends treffen wir uns dann meistens alle auf oder um die Couch herum und schauen Tatort oder andere Filme. Bis auf die Tatsache, dass wir zwei nicht arbeiten gehen (müssen) fühlt es sich hier schon ein bisschen wie zu-Hause-sein an.

 

Besuch der Chinesischen Mauer, Mittwoch, den 28.10.15

Heute statten wir der chinesischen Mauer einen Besuch ab. Nachdem wir uns nach langer Recherche endlich einen Spot rausgesucht haben, an dem wir uns das größte Bauwerk der Welt ansehen wollen und heute auch das Wetter perfekt ist, starten wir gegen 8 zum nahe gelegenen Busbahnhof in Dongzhimen. Wir wollen nach Mutianyu. Hier soll es nicht ganz so touristisch überfüllt sein, wie zum Beispiel in Badaling oder Simatai. Mit der Linie 916 fahren wir dann nach  Huairou, im Norden von Peking. Von der Busstation dort müssen wir dann nur irgendwie noch bis zur Mauer kommen. Im Internet haben wir gelesen, dass man sich in Huairou ein Taxi oder einen privaten Fahrer für ca. 100 Yuan bis zur Mauer nehmen muss. Aber bereits im Bus werden wir von einem Chinesen angesprochen, der uns für je 20 Yuan bis zur Mauer bringen kann. Gesagt, getan. In Mutianyu ist dann trotzdem ganz schön viel los – und das unter der Woche… Da wollen wir lieber gar nicht erst wissen, was an einem Wochenende hier oder anderswo los ist. Zur Mauer hoch fahren wir mit einem „Ski“-Lift. Oben verbringen wir dann die nächsten Stunden mit Ausblick genießen und Treppen steigen =0) Heute ist die Luft auch gut genug, um bis nach Peking schauen zu können…
Für den Weg nach unten wollen wir anschließend eine Sommer-Rodelbahn nehmen. Freudig warten wir auf unsere Schlitten, um den Berg runter zu rasen. Nur leider machen uns die Chinesen hier einen Strich durch die Rechnung. Die Leute vor uns fahren so arsch-langsam, dass man fast zum stehen kommt. Immer wieder müssen wir daher mal anhalten, um uns einen Abstand zum Vordermann aufzubauen, so dass man wenigstens mal ein bisschen Action hat…

Von Mutianyu aus fahren wir dann wieder mit unserem Fahrer zum Bus-Terminal in Huairou und von da zurück nach Peking.
Wir hatten einen wirklich tollen Tag und können Mutianyu empfehlen. Vor allem möchten wir dich gern dazu ermutigen, auf eigene Faust hin zu fahren. Über das Internet kann man natürlich auch ein Komplett-Paket mit Abholung vom Hotel usw. buchen, aber die Anreise ist wirklich sehr unkompliziert und spart Geld. Außerdem ist man viel flexibler und kommt auch noch mit Einheimischen in Kontakt, daher genau das Richtige für uns =0)

 

Samstag, 31.10.15

Heute hieß es dann leider Bye Bye Tini, Benny und Moritz und Bye bye China. Wir fliegen gegen 8 Uhr am Morgen nach Irkutsk, Russland.
Wir hatten eine so schöne Zeit hier in China und vor allem bei unseren Lieben in Peking. Es ist doch wirklich immer wieder unglaublich und wunderschön, wie man durch das Reisen tolle Menschen – ja – gute Freunde findet, die man sein ganzes Leben lang nie vergessen wird.

Nun heißt es also Zdravstvuyte Rossiya, ein neues Land und neue Abenteuer…

<

#103 – Woche in Bildern

Woche 103 – von Korea nach China

Montag 28.09.15

Heute geht die Reise weiter nach Seoul. Wir verabschieden uns von Sally und Jeff und starten die Busreise in die Hauptstadt. Von Soul aus geht es dann noch ein Stück weiter nach Incheon. Als Übernachtungsspot haben wir einen Couchsurfer dort gefunden, der uns bei sich aufnimmt. „KB“ hat uns dazu bereits im Vorfeld per Mail geschrieben, wo wir seine Wohnung finden uns wie wir hinein kommen. Er wird erst spät abends kommen. Nach der ganzen Fahrerei erreichen wir schließlich die Ecke, in der er wohnt. Allerdings haben wir keinen Schimmer, welcher Hauseingang der Richtige ist. Zum Glück helfen uns die Nachbarn weiter. Die sprechen zwar kein Wort englisch, aber wie so oft im Leben, klappt das mit der Kommunikation. Sprache ist eben nicht alles. An seiner Wohnung angekommen brauchen wir erst mal eine Weile, bis wir das mit dem Zahlen-Code-Türschloss begriffen haben. Naja, wir legen unsere Sachen ab und gehen Abend essen. Heute mal wieder traditionell koreanisches Barbeque – super lecker und super viel (Bild 1). Voll gefressen fallen wir später ins Bett – und die Schärfe der koreanischen Küche sollte vor allem Rico noch zu spüren bekommen =0) (zum Leid einer anderen, hölländischen Couchsurferin, die im Wohnzimmer übernachtet → die Wasserpumpe für die Klospülung ist nämlich sehr laut)

Dienstag 29.09.15

Nach unseren Outdoor-Tagen ist heute vor allem Wäsche, Reiseplanung + Vorbereitung und Ausruhen angesagt. Wir verlassen die Wohnung nur mal zum Mittag essen und Einkaufen. Alles weitere machen wir morgen… An Abend kommt dann auch KB heim und wir verbringen einen schönen Abend mit Essen und Quatschen.

Mittwoch, 30.09.15

Seoul – wir kommen! Nachdem wir gestern mehr oder weniger Nichts gemacht haben (auch Traveler brauchen mal Frei!), geht es heute in die koreanische Hauptstadt. Die Fahrt von Incheon aus dauert ca. eine Stunde bis Seoul Station. Von hier aus laufen wir zur alten Stadtmauer und erkunden die Stadt von hier aus. Die Tour geht weiter bis zum Soul Tower. Hier oben auf den Berggipfeln hat man eine Super Aussicht auf die Stadt und vor allem ist es hier relativ ruhig (Bild 2). Über den botanischen Garten laufen wir zurück ins Stadtzentrum. Ela ist ganz stolz, dass sie sich – trotz Schlangen-Warnung mit ihren Flip-Flops durch den Wald getraut hat (Bild 4). Später sind wir dann vor allem von den kleinen Gassen und Künstler-Ecken rund um Itaewon begeistert (Bild 3). Von hier aus geht es dann wieder per Bus nach Incheon. Über den berühmt gewordenen Stadtteil Gangnam (hier gibt es vor allem Malls und Boutiquen der Hochpreis-Klamotten-Industrie) gelangen wir spät abends wieder in Kb’s Wohnung. Wir schenken ihm eine unserer Lillies (Ukulelen) und er fängt auch gleich mal an, zu üben (Bild 5). Als ehemaliger Violine-Spieler sollte das für ihn ein Leichtes sein…

Morgen früh um 8 geht dann unser Flieger nach …

Donnerstag, 01.10.15

Qingdao. Ni Hao China. Wir nehmen in aller Frühe den ersten Bus (5 Uhr) zum Flughafen. Da China 1 Stunde hinter Korea liegt, kommen wir schon 9 Uhr morgens an. Am Flughafen bekommen wir dann von einem freundlichen Taxifahrer das Angebot, für 150 Yuan (1 Yuan = 0,17 Euro), zu Louise gefahren zu werden. Louise ist unser AirBnB-Host in der Stadt. Schon vorab hat sie uns ihre Adresse und alle möglichen Zufahrtsmöglichkeiten per Mail geschickt. Unter anderem AUCH den Hinweis, dass wir über UBER, eine Art privates Taxi-Netzwerk, bereits für 45 Yuan!!! zu ihr gelangen können. Leider spricht hier kein Mensch Englisch – nicht mal in Ansätzen – und unser Chinesisch ist noch sehr primitiv… Wir schaffen es aber, unseren Taxi-Freund zu überreden, Louise, kurz Lulu anzurufen. Wir erklären ihr alles und sie organisiert uns ein billiges Taxi. In ihrer Wohnung angekommen, fühlen wir uns gleich wohl. Lulu kommt aus Shanghai und wohnt selber erst seit 3 Monaten hier in Qingdao. In ihrer Wohnung im 6. Stock beziehen wir das Gästezimmer und sie kümmert sich gleich ganz süß um uns. Sie versorgt uns mit einem vollen Tagesprogramm für heute; wo wir unbedingt hin sollten und wie wir da hin kommen (sie schreibt uns alles in Chinesisch und in „Lesbar“ auf). Sie gibt uns sogar ihre Buskarte, mit der wir alle Busse in der Stadt bezahlen können. Die Busse hier kosten nur 1 Yuan (ca. 17 Cent) pro Fahrt, Wahnsinn! Am Schwierigsten wird für uns die Reiseplanung auf eigenen Faust, da es in China eine umfangreiche Internet-Zensur gibt. Vor allem ohne Google-Maps lässt es sich recht schwer planen und auch die meisten Links, die wir über erlaubte Suchdienste, wie z.B. bing.com finden, sind gesperrt!!! AAAAAAAAAHHHHHHHH! Bloß gut, dass wir unsere Lulu haben.

Und bevor wir zwei auf Achse gehen, nimmt sie uns noch zum Mittag essen mit. Es ist ja erst um 12. Wir fahren mit dem Taxi für 9 Yuan!!! (ca. 1,50 Euro) in die Stadt und sie bestellt uns in einem der vielen Restaurants was Leckeres. Sie selbst kann aber nicht mit uns essen. Sie muss – natürlich – arbeiten gehen. Sie hat heute vormittag extra auf uns gewartet. Nun muss sie aber wirklich los. Wir genießen unser Lunch und machen uns mit der Stadt vertraut. Unterwegs lernen wir Lois, eine 19 jährige chinesische Studentin kennen. Sie hat heute ihren letzten freien Tag, bevor sie heute Abend nach Hause fliegt und da sie nix weiter zu geplant hatte, begleitet sie uns und zeigt uns die Stadt (und hilft uns vor allem bei der Orientierung und Verständigung mit den Chinesen). Qingdao hat wirklich viele schöne Seiten. Das Krasseste hier ist allerdings die Architektur. Vor allem deutsche Siedler haben das Bild der Stadt von 1898 bis 1914 geprägt. In einigen Ecken hier sieht es wirklich aus wie in Deutschland, unfassbar. Das soll China sein??? (Bild 6). Gemeinsam ziehen wir also mit Lois durch die Stadt (Bild 7), genießen chinesisches Street-food (Bild 8) und landen später noch am Food-Market (Bilder 9 und 10), wo wir neben Fisch-Cake auch mal See-Stern und Tofu-Plätzchen naschen können. ImAnschluss ziehen wir noch ein bisschen an der Küste und am Strand entlang (Bild 11). Qingdao hat wirklich viel zu bieten!!! Nach einem langen Tag (wir sind immerhin seit 4 Uhr auf den Beinen) kommen wir schließlich gegen 23 Uhr wieder bei Lulu an. Wir unterhalten uns über das Erlebte und fallen am Ende des Tages tot-müde ins Bett.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Freitag, 02.10.15

Qingdao, zweiter Tag: Lange ausschlafen, das erste Ziel des Tages haben wir erfolgreich gemeistert. Aber nach 15 Uhr bekommen wir dann doch langsam Hunger (das Frühstück fiel zwar groß aus, aber um Drei ist nun mal um Drei) und müssen langsam mal raus. Immerhin, haben wir heute eine Lösung für das Internet-Problem gefunden. Die Lösung heißt: VPN-Server… über die App ExpressVPN, die allerdings Geld kostet, gehen die gewohnten Dienste wie Facebook und Youtube, aber vor allem Google und Google Maps wieder…

Wir wollen heute nochmal an den Strand. Von da aus schlendern wir gemütlich in die Stadt. Hier bleiben wir vor allem am Roten Turm am Platz des 4. Mai hängen. Unzählige Menschen tummeln sich hier. Das Highlight sind aber die Kids und Teenager, die sich an der Uferkante als eine Art Mutprobe hinstellen. Wer am längsten aushält, gewinnt. Ab und zu kommen dann riesige Wasserfontänen aus dem Meer, die sie dann alle übergießt – ein Spaß für alle =0)

Samstag, 03.10.15

Laoshan – der Nationalpark nahe Qingdao gilt als das Highlight der Region und ist heute unser Ziel (Bilder 12). Wir machen uns per Bus auf zum Eingangstor des Parks. Bereits auf dem Weg merken wir – heute wird es voll hier… Im Bus fast zerquetscht, (in China ist das völlig normal) gelangen wir gegen 11 Uhr endlich am Eingang des Parks an, besorgen uns Tickets (130 Yuan p.P.) und fahren weiter bis nach Taiqing. Zu Fuß hoch in die Berge kommen wir später an einer Seilbahn an, die uns zum berühmten LaoShan, dem höchsten Küstengipfel Chinas, führen soll. Nur leider ist das heute nicht möglich. Zur Zeit ist Herbstfest und vor allem heute, am Samstag, tummeln sich hier tausende Leute. Die Schlange an der Seilbahn sagt uns ganz klar: Nein, das wird heute nichts… Naja wir laufen weiter zur nächsten Busstation, die noch voller ist. Also gehen wir zu Fuß Richtung Qingshan, dem nächsten Berg-/Küstenort. Unterwegs nimmt uns dann freundlicherweise ein Pärchen per Anhalter mit. Im Dorf angekommen, erklärt sich unser Fahrer sogar noch bereit, uns zu Fuß die nächste (und wirklich gut versteckte) Busstation zu zeigen. Dazu laufen wir zu dritt ca. 10 Minuten steil bergauf. Am Ende unseres Rittes – wir wollen uns gerade für die Hilfsbereitschaft unseres chinesischen Freundes bedanken, werden wir dann noch nach Geld gefragt. Wir sind erstmal völlig verdutzt (und außer Atem, vom langen klettern) und schließlich zieht er schmollend ab, zurück zu seiner Frau, die unten im Dorf auf ihn wartet. Naja, auch im sozialistischen China ist Geld mittlerweile für viele die neue Religion… Wir nehmen den nächsten extrem überfüllten Bus und fahren weiter bis nach Yangkou und von dort aus weiter nach Mi Tian Dong. Im Bus treffen wir dann (neben von den anderen ca. 200 Leuten hier) auf 2 Mädels aus dem Südwesten Chinas. Sie machen hier Urlaub. Da Qingping und ihre Schwester Jianglan im Gegensatz zu den meisten Chinesen, die wir bisher getroffen haben, sehr gut englisch sprechen, kommen wir auch gleich ins Gespräch und so ist die ca. 90 minütige Busfahrt nicht mehr ganz so quälend – mal abgesehen davon, dass wir wie Sardinen eingepfercht in der Tür stehen…

In Mi Tian Dong angekommen, machen wir uns auf den Weg auf in die Berge. Auch hier gibt es eine Seilbahn, aber auch die ist natürlich hoffnungslos überfüllt. Tief in Gesprächen mit unseren neuen Bekanntschaften vergeht die Zeit bergauf erneut ziemlich schnell. Kurz vorm Gipfel, wo ein paar Höhlen auf uns warten, nehmen wir noch eine kleine Mahlzeit zu uns. Lulu hat uns empfohlen, das Gelee aus Früchten und aus Gurke-Knoblauch zu probieren; schmeckt besser als es klingt… und aussieht. Nun geh es also weiter in die überfüllten Höhlengänge. Am Ende des Weges landen wir schließlich am Gipfel der Berge und spätestens hier hat sich die ganze Mühe mit den insgesamt 3 Stunden Busfahrt und der Lauferei gelohnt. Bergab geht’s dann langsam in der Dämmerung hinunter ins Dorf. Unsere beiden Begleiter organisieren noch, dass wir den richtigen Bus erwischen (das ist der Bus, in den alle!!! einsteigen. Im Bus selbst (wir stehen uns alle wieder gegenseitig auf den Füßen) sind dann alle Leute involviert, uns zu helfen, wie wir am besten zu unserer Lulu nach Hause kommen. Nach ca. 90 Minuten Quetsch-Fahrt verabschieden wir uns von unseren neuen Freunden und gehen zum nächsten Bus. Hier treffen wir auf Mr. Lou, unseren Busfahrer. An der Haltestelle haben wir noch ein bisschen Zeit, bevor seine Tour losgeht und er ist sichtlich interessiert und engagiert, die Touris (also uns) kennen zu lernen. Er spendiert uns die Fahrt und setzt uns später auch sicher an unserer Station ab. In Lulus Wohnung angekommen – es ist mittlerweile 21 Uhr und wir sind seit 13 Stunden unterwegs – geht es dann auch gleich weiter. Zum Abendessen gehen wir in ein lokales Restaurant, wo ein hot pot, eine Art Eintopf mit Rind, Kartoffeln, Mais, Pilzen und vielen mehr auf uns wartet. Nach dem heutigen Programm genau das Richtige für uns.

 

Sonntag, 04.10.15

Nach unserem vollen Programm von gestern nutzen wir den heutigen Sonntag genau dafür, wofür er „gedacht“ ist – lange schlafen und ausruhen. Wir legen einen Bürotag ein und planen die nächsten Tage. Rico bastelt mal wieder am Blog und stellt die neuen Artikel zusammen. Lulu muss arbeiten. Wir gehen später nur nochmal raus, um ein paar Lebensmittel im Supermarkt zu besorgen (Bild 14). Hier gibt es wirklich alles. Du kannst hier eine ganze Ente gegrillt bekommt und Reis füllt man sich hier aus einem großen Becken selber ab (Bild 15). Als Lulu dann von Arbeit heim kehrt, verbringen wir den Rest des Tages mit regen Unterhaltungen und Essen =0)

<