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7 Tage Himalaya und der gefährlichste Flughafen der Welt

Unser Trek in den Himalaya auf dem Mount Everest Highway

Gleich an unserem zweiten Tag in Kathmandu haben wir in der hoteleigenen Agentur einen 7 Tage-Trip ins Kumbutal gebucht. Wir dachten uns: Wenn wir schon mal in Nepal sind, wollen wir auch den höchsten Berg der Welt sehen. Immerhin konnten wir so – im Vergleich zu einer Buchung in Deutschland – auch noch über 300 € pro Person sparen. Trotzdem war es immer noch recht teuer.

Merke: Einen Guide braucht man nicht unbedingt, die Wege sind „entspannt“ und touristisch extrem gut ausgebaut. Also ein Trek by your own ist am günstigsten und absolut machbar.

Unsere Tour:   Lukla – Phakding – Namche Bazar (inkl. einem Aklimatisierungstag) – Tengboche – Monjo – Lukla

Der gefährlichste Flughafen der Welt

Von Kathmandu aus nahmen wir unseren ersten richtigen Trek in Angriff. Nach ca. 1 Stunde Wartezeit, auf dem Rollfeld sitzend, starteten wir in Richtung Lukla – ein ca. 35 minütiger Flug entlang des Himalaya-Panoramas… einfach atemberaubend. Durch die niedrige Flughöhe war es, als könnten wir die Berge direkt anfassen.

Allerdings ist der Flug nicht gerade was für empfindliche Mägen, da wir doch mit einigen Turbulenzen in unserer kleinen Propellermaschine zu kämpfen hatten. Luftlöcher von über 100 Metern!!! sind laut Aussage unseres Guides hier möglich.

Am spektakulärsten war dann aber die Landung. Lukla gilt als der gefährlichste Flughafen der Welt. Er liegt mitten in den Bergen. Die Landebahn ist gerade mal 480 Meter lang und hat eine Neigung, deren Höhenunterschied der Größe eines 10-Stöckigen Hochhauses entspricht. So bekommen die Flugzeuge bei Start und Landung durch das Gefälle die notwendige Unterstützung.

Dann kam also die Landebahn in Sicht und uns wurde bewusst, wo wir jetzt gleich runter gehen würden, ja müssen! Es ist echt unbeschreiblich. Vom Flugzeug aus sieht das Ganze dann noch viel kleiner aus, als es ohnehin schon ist.

Es gibt nur ein Gefühl, welches sich uns beim Anblick der Landebahn in unsere Köpfe drängt: ANGST! Zum Nachfühlen hier ein kleiner TV-Mitschnitt (…an unseren eigenen Aufnahmen basteln wir noch)

 

Von Hängebrücken und: Stufen Stufen Stufen

Nach dem wir nun heil gelandet waren und auch unsere Mägen sich wieder in die richtige Richtung gedreht hatten, ging es auf, Richtung Mount Everest. Hier erklärt sich auch die Bezeichnung „Trekking-Highway“. Es gibt nur einen Weg zum Mount Everest Basecamp und da wollen gefühlte 99 % hin. Wir haben einsame Pfade erwartet und bekamen eine touristisch sehr gut ausgebaute und auch besuchte Strecke – also Segen und Fluch. Man glaubt es kaum, aber Du bekommst Alles was Du brauchst auch unterwegs.

Der erste Teil unseres Trek führte uns hinunter ins Tal. Das bedeutete viele Stufen bergab. Das einzige, was wir uns in diesem Moment dachten: Oh nein, dass müssen wir am Ende Alles wieder hoch! Wir waren froh über jede Stufe, welche wir hoch gestiegen sind. Noch! Das hatte sich spätestens am nächsten Tag beim Aufstieg nach Namche Bazar, der Sherpa-Hauptstadt, geändert. 600 Höhenmeter nur mittels Stufen!!! 3 Stunden Treppen, Treppen, Treppen.

Unser Fazit: Alles was Du runter gehst, musst Du später auch wieder hoch. Ein verlässliches Auf und Ab.

Merke: Ein gutes Training vor jedem Himalaya-Besuch: Treppenlaufen im Hochhaus.

Das Zweite sehr gewöhnungsbedürftige Hindernis, waren die vielen und teilweise sehr hohen Hängebrücken. Für Rico natürlich gar kein Thema, aber für mich schon. Bei der Ersten hatte ich ganz schön Angst und hab krampfhaft versucht, mich an der Seite festzuhalten. Nach der 3. oder 4. war ich dann routiniert und konnte sogar Bilder machen und ein kleines Video filmen.

Es ist schon beeindruckend, wenn es unter Dir so viele Meter runter geht. Aber selbst die Yaks haben das geschafft. Wir also auch.

Unser Weg führte uns dann endlich bis nach Tengboche. Eine kleine Siedlung um ein buddhistisches Kloster. Hier hatten wir die Chance an einer Zeremonie der Mönche teilnehmen. Absolute Stille. Nur das Gebetsgeräusch der Mönche war zu hören. Eine Art monotoner Gesang mit tiefer Stimme. Von oben nach unten. Immer wieder. Es klang ein bisschen wie ein Rap nur ohne Melodie. Ansonsten ein Räuspern hier, ein Husten dort. Die Einzigen die sich wie kleine Kinder benahmen, waren die Guides und Träger. Ein lustiges kleines Schauspiel am Rande.

Von Tengboche aus hatten wir am nächsten Morgen auch endlich einen wirklich sensationellen Blick auf den heißersehnten Mount Everest. Der Trek und die ganzen Anstrengungen haben sich also wirklich gelohnt.

Anschließend haben wir uns direkt auf den Rückweg gemacht und wurden mit Sonnenschein und bestem Kurze-Hosen-Wetter belohnt.

 

Unsere Eindrücke in Bildern

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