Tag Archive : Kurrajong

#62 – Woche in Bildern

Woche 62 – Snowy Mountains und Canberra

 

 

1 – Montag, 15.12.2014

Aus Warby Range folgen wir dem Highway zurück nach New South Wales und nehmen dann ab Tarcutta den Snowy Mountains Highway. Die sind natürlich jetzt im Sommer nicht mit Schnee bedeckt aber die Aussicht ist trotzdem schön. Wir halten in Adelong an einer alten Goldgräberstädte (Bild 1), die mittlerweile eingefallen ist und an die alten Zeiten erinnert, in denen sich die Engländer teilweise absichtlich verhaften ließen, um anschließend, als Strafe, nach Australien verschifft und dann eventuell erfolgreiche Goldsucher zu werden. Heute übernachten wir am Log Bridge Creek, nahe am Highway an einem Spot wo es viele Emus und unzählige Wallabees und Kängurus gibt. Wir genießen die Aussicht und den Sternenhimmel und ignorieren die Moskitos 🙂

 

2 – Dienstag, 16.12.2014

Bevor wir heute nach Canberra bzw. den Capital State fahren, halten wir auf dem Weg noch an den Yarrangobilly Caves (Bild 2). Eine langer Schotterpiste runter in den Creek führt uns auf das Gelände. Wie so oft kann man sich mehrere Höhlen anschauen, je nachdem, wie viel man bezahlen will. Wir machen zwei Höhlen, die auch wirklich spektakulär sind und fahren bzw. gehen im Anschluss noch im Thermal-Pool baden. Die Badeanlage ist auch sehr schön angelegt, nur die Horse-Flies mit ihren großen Bissen nerven ein wenig. Wir bekommen auch gleich noch einen Tipp an der Rezeption, wo wir die Nacht über frei campen können.

 

3 und 4 – Mittwoch, 17.12.2014

Canberra – die doch etwas unterrepräsentierte Hauptstadt Australiens ist unser heutiges Tagesziel. Damit haben wir mit dem heutigen Tag alle Staaten Australiens besucht (Bild 4). Die Hauptstadt als solches ist sehr modern, vor allem architektonisch. Man merkt das sofort, wenn man in den Business District bzw. den Government District befährt. Es gibt hier keine Staus, die Straßen sind alle so angelegt, dass sie der Auto-Kapazität stand halten. Das Parliament am Capital Hill, die Bibliothek, es gibt hier sehr viele auffallend schöne Gebäude und vor allem auch viele Grünanlagen. Alles in allem gefällt uns Canberra ganz gut – für eine Großstadt und die Weihnachtsdeko mancher Hauptstädter ist auch nicht zu verachten (Bild 3). Nach unserer gewöhnlichen Auto-Stadtrundfahrt geht’s dann aber weiter nach Sydney. Da wir um die Camp-Situation dort wissen, suchen wir uns eine Rest-Area am Highway M31 bevor es dann morgen in die Stadt geht. Schließlich wollen wir Thelma in den nächsten Tagen verkaufen, wollen noch in die Blue Mountains und wir wollen noch Martin und Jessica treffen. Meinen alten Schulfreund und seine Partnerin, die seit 3 Jahren in Sydney leben.

 

Donnerstag, 18.12.2014

Bevor wir uns in das Getümmel von Sydney stürzen, schauen wir uns noch die Vororte, wie Liverpool und Kingsford an. Erst am Abend erreichen wir Sydney. Wir treffen uns mit ein paar Leuten, die sich unsere Thelma ansehen wollen. Danach fahren wir am Abend noch ein bisschen durch die Stadt, über die Harbour Bridge kommen wir auf die Nordseite und genießen dort unser „Dinner im Auto“ und die schöne Aussicht von McMahons Point auf das Opera House und den Luna Park. Zum Schlafen bleibt uns mal wieder nur Melrose Park, wie immer 🙂

 

5 – Freitag – 19.12.2014

Nach der Großstadt gestern fahren wir für ein paar Tage in die Blue Mountains. Es ist schon witzig, kommt uns doch die Strecke durch unsere Hochzeitsreise vor 3,5 Jahren vertraut vor. Nur heute sind wir nicht mit dem Bus, sondern mit unserem eigenen Auto unterwegs… und wir haben Zeit, uns alles, was wir wollen, anzugucken. Wir können an allen Aussichtspunkten anhalten und die Gegend richtig genießen. Zuerst zu den Wentworth Falls, dann zu den Leura Cascades, mit super Wasserfällen (Bild 5) und zu den berühmten Three Sisters (3 Schwestern), den 3 Felsen, die uns so sehr an unsere Heimat erinnern. Und alles sieht noch so aus wie vor 3,5 Jahren, nur dass wir diesmal nicht im Bus, sondern in unserer Thelma hier sind… danach geht’s weiter über die Katoomba Falls bis zum Abend mach Blackheath, wo wir bei Govetts Leap auf dem abgelegenen Parkplatz übernachten. Hier in den Bergen ist es gleich wieder wesentlich kühler als „unten“ in der Stadt, aber was solls. Wir lernen noch ein paar Italiener und drei Deutsche kennen, mit denen wir bis in die Nacht plappern.

 

6 – Samstag, 20.12.2014

Heut geht’s ab in die Berge, bzw. ab ins Tal, denn aufm Berg sind wir ja schon. Von Govetts Leap aus klettern wir direkt an der Steilwand über abenteuerlichste „Stufen“ hinunter ins Tal, gefühlte 1000 Meter, es waren wahrscheinlich eher 200 aber das reicht ja auch. Wir haben keinen richtigen Plan, wo wir lang sollen und so fragen wir uns immer mal wieder durch. Über den Evans Look-out und über den „Grand Canyon“ Walk (Bild 6) geht’s durch die schönsten Waldidyllen. Unsere Kamera kriegt keine Erholung, zu sehr sind wir von der Umgebung geflasht… unbedingt zu empfehlen. Nur der mühsige, weil ähnlich steile Aufstieg zurück, sollte uns noch in den Knochen nachhängen. Der Schlaf kam heute zumindest von ganz allein 🙂

 

7 – Sonntag, 21.12.2014

Auf der Runde wieder zurück gen Sydney fahren wir heute über Hartley und Lithgow. Davor gibt’s noch ein Abschiedsfoto vom Ausblick von Govetts Leap (Bild 7). Hier war es schon echt gut. Da wir uns aber für Dienstag mit Martin und Jessica, meinem alten Schulfreund und seiner Liebsten, verabredet haben, müssen wir nun mal weiter ziehen… In Kurrajong geht’s links am Highway raus zur nächsten Übernachtungsstation, Wheeney Creek. Wir sind heute schon etwas eher am Ziel, also können wir nochn bissl ausspannen von gestern, die Bein sind nach der 9 Stunden-Tour noch abgenuffelt…

<

#33 – Woche in Bildern

Woche 33 – Coral Bay, Exmouth, and Cape Range National Park

 

1 – Montag, 26.05.2014

Unser erster Schnorchelgang. Wie doof muss man eigentlich sein. Bisher haben wir nicht gedacht, dass das mit dem Schnorcheln so spektakulär ist und die Chancen, wie auf den Gili´s, dazu auch guten Gewissens nicht genutzt – Jetzt sind wir vom Gegenteil überzeugt. Beim Buskauf war ein Schnorchelset dabei. Naja Gelegenheit macht Schnorchler – also ab gings und? Schön wars. Point Quobba, hier sind wir gestern angekommen, hat sich prima angeboten und so nutzen wir den ganzen Tag für unsere neugewonnene Leidenschaft. Praktisch, dass unser Campground direkt am Meer liegt und mit 11 AUD (ca. 8 EUR) pro Tag auch echt günstig ist. Die Vorräte sind gut bestückt, also treibt uns auch nichts weg von hier. Das einzige was ab und zu stört sind die Dieselgeneratoren einiger Nachbarn, die zum Teil bis in die Nacht laufen.

2 – Dienstag, 27.05.2014

Heute geht es weiter nach Norden. Highlight des Tages? 40 Km Schotterpiste und dann doch umkehren. Der Plan ist zur Gnaraloo Station, einem Campground ca 80 km von Quobba entfernt, zu fahren. Glen aus Perth hat uns die Stelle sehr empfohlen, und so wollen wir natürlich auch hin. Das Problem: Die Straße dahin ist nicht befestigt und in so schlechtem Zustand (durch die großen Reifen der Jeeps und LKWs wurde der sandige Untergrund so extrem aufgeraut und wellig gefahren, dass wir mit unserem kleinen Camper jeden einzelnen Huckel mehr als nur spüren. Ein echter Gewaltakt), dass es für unsere Thelma nur schwer zu ertragen ist. Nach vierzig Kilometern! entscheiden wir uns schließlich, auf halber Strecke, aus Sorge um unsere Thelma und unsere Nerven, wieder umzukehren.

Wir brauchen also ein neues Ziel für den Tag. Nach kurzer Suche auf unserer App im Telefon entscheiden wir uns, auf dem Weg nach Coral Bay, die Warroora Station anzufahren – ist im Prinzip wie überall hier, direkt am Meer, recht günstig (10 AUD pro Person) und gut zu erfahren. Das einzige Novum für uns hier ist, dass es keine Toiletten gibt! Vom Caretaker (Verwalter) müssen wir für 10 Dollar pro Tag ein Chemie-Klo mieten. Dafür haben wir jetzt ein Klo mit sensationellem Ausblick! Wer kann schon von sich behaupten so einen schönen Sonnenuntergang, direkt vom Lokus aus beobachtet zu haben! Wir jetzt schon.

3 – Mittwoch, 28.05.201

Nein das ist keine Burka für Männer – das ist die neue Fliegen-Schutz-Mode. Bis zum Sonnenuntergang wimmelt es hier nur so (australien-typisch) von diesen kleinen nervigen Biestern. Da sie vor allem in Nase, Mund, Ohren und Augen fliegen, hat Rico sich einen Ganzkörper-Schutzanzug gebastelt – sieht dämlich aus, hilft aber.

Nach der langen und nervenaufreibenden Fahrt gestern hatten wir uns entschieden, für einen weiteren Tag hier zu bleiben und zu entspannen. Da hatten wir an die Fliegen noch nicht gedacht. Trotz alledem hat es sich gelohnt, denn am späten Nachmittag, als die Ebbe ihren Höhepunkt erreicht, folgen wir zwei Campern, die sich auf dem trocken gelegten Meeresboden rum treiben und nach Oktopussen Ausschau halten. Rico packt das Jagdfieber und zusammen fangen sie 6 Tintenfische. Sie werden mit einem Stock, an dessen Ende Angelhaken befestigt sind, aus ihren Verstecken geangelt. Danach wird ihnen der Kopf abgeschnitten und die „Tinte“ abgespült. Schwieriger ist da schon die Antwort auf die Frage, was man nun mit ihnen macht. Sie werden erstmal für ein paar Tage abgehangen, um sie weniger zäh werden zu lassen. Danach werden sie in kleine Stücke geschnitten und frittiert. Beim Oktopus-Fangen geht es viel mehr um den Spaß an der Jagd, als um den Genuss beim Verzehr. Leider haben wir kein Foto davon. Wobei wenn wir es recht bedenken ist das vielleicht auch besser so.

4 – Donnerstag, 29.05.2014

Wallabee- und Känguruhalarm. Wir haben noch nie seit wir in Australien sind so viele auf einem Haufen gesehen. Heute sind so viele vor uns über die Straße gerannt, dass es uns schon fast an das Gewimmel im Kaufland vor einem Feiertag erinnert hat. Wo? Im Cape Range Nationalpark. Wann? In der Abenddämmerung? Warum? Da fangen wir besser am Beginn des Tages an…

Heute ging es weiter Richtung Norden nach Coral Bay. Der Ort ist, wie der Name schon sagt, für seine schöne Unterwasserwelt bekannt. Das nutzen wir auch gleich und springen ins Wasser, nachdem wir noch eine zweite vollständige Schnorchel-Ausrüstung besorgt haben. Auch wenn das Schnorcheln hier superschön war, sind wir uns schnell einig, dass wir hier nicht bleiben wollen. Zu voll, zu viele Backpacker, nur überteuerte Campingplätze und kein gutes Gefühl.

Wir mögen es da lieber etwas ruhiger und entspannter und haben so den Cape Range National Park als unser neues Ziel auserkohren. Da wir in Exmouth (liegt auf dem Weg zum Park) noch etwas länger brauchen, um unsere Benzin-, Trinkwasser-Tanks und Lebensmittel aufzufüllen, machen wir uns recht spät am Nachmittag auf, die 80 km zum Park zurückzulegen. Unterwegs sehen wir flüchtig Schilder, dass alle Campsites voll seien. Etwas ungläubig fahren wir, wie einige Autos vor und hinter uns, trotzdem rein. Kaum den Eingang zum Park überquert, beginnt der „Känguruhregen“. Es fängt an zu dämmern und für die Tierchen geht’s ab zum Meer. Kaum zu glauben! Wir erfahren später, das sie hierher kommen, um zu baden. Völlig abgelenkt kommen wir an unserem Wunsch-Campingplatz an und müssen in der Tat feststellen, dass alle Plätze im gesamten Nationalpark schon vergeben sind. Toll! Ergo wir müssen die ganze Strecke mit der „lebendigen Känguruhwand“ wieder zurück zum nächsten privaten Campingplatz. Yardie Creek Homestead Caravan Park. Wir kommen zum Glück heile an und freuen uns hier noch einen Platz zu bekommen.

5 – Freitag, 30.05.2014

Wir legen einen Officetag ein. Gestern mussten wir ja feststellen, dass der gesamte Park ausgebucht war. Durch David den Caretaker (Platzverwalter) haben wir erfahren, dass es für uns 2 Optionen gibt: 1. Früh um sechs Uhr am Parkeingang anstellen und auf einen Übernachtungsplatz für eine Nacht hoffen. 2. Online für den übernächsten Tag buchen. Leider hatte er sich nicth durch die Geburtstagskarte erweichen lassen. So haben wir uns natürlich für Variante 2 entschieden und gestern Abend noch 2 Nächte ab Morgen gebucht. So können wir Ricos Geburtstag mit Schnorcheln und am Strand relaxen verbingen. Voll ausgestattet, mit Strom, Internet, Duschen, Swimming-Pool usw. genießen wir heute den Tag im Pool und nutzen die Zeit für unseren Blog und die weitere Reiseplanung.

6 und 7 – Samstag, 31.05.2014

Happy Birthday Rico! Ja, heute wird er 31. Der Morgen startet schon mal grandios mit Ela’s selbstgemachtem Kuchen zum Frühstück (Bild 6). An dem hat Sie gestern ganz fleißig gebastelt. Außerdem können wir heute endlich in den Cape Range fahren. Bevor wir aufbrechen, spricht uns Paul, einer der anderen Camper, aus dem Auto aus an, ob wir gern etwas Fisch haben möchten. Er hat am Morgen bzw. Vormittag so viel gefangen, dass er es unmöglich alles allein essen kann. Da sagen wir natürlich nicht nein. Und noch mal Happy Birthday Rico (Bild 7). Unglaublich: Paul filetiert uns die gesamte riesige Makrele und gibt uns noch die Hälfte vom Mahi-Mahi (auch Delphin-Fisch) mit auf die Reise. So viel, dass wir unseren Mini-Kühlschrank gerade noch so zu bekommen. Jetzt kanns also losgehen! Wir halten an ein paar Beaches (Oyster Stack, Tourquise Bay) zum Schnorcheln an und kommen am Nachmittag am Kurrajong Campground an. David erkennt uns natürlich wieder und erinnert sich auch promt an Ricos Geburtstag.

Heute Abend gibt’s natürlich den leckeren Fisch. Leider übertreiben wir es etwas. Da wir so viel Fisch mitgenommen haben, müssen wir wenigstens die Hälfte heute kochen und essen. Das ist allerdings so viel, dass wir fast in ein Fischkoma fallen und seit diesem Zeitpunkt weder Fisch riechen noch essen können. Wer hätte das gedacht 🙂

8 – Sonntag, 01.06.2014

Im Kurrajong Campground haben wir heute reichlich Zeit, den Beach, das Meer und die Umgebung zu genießen. Es hat sich echt gelohnt, 2 Tage zu warten, um hier einen Platz zu bekommen. Es gibt hier zwar – wie in den Nationalparks üblich – keinen Strom, keine Duschen und kein Wasser – aber dafür sind wir mitten in der Natur, ruhig und abgeschieden. Unseren Fischvorrat geben wir an unsere Nachbarn ab. Die freuen sich riesig, vor allem, da sie beim Angeln in den letzten Tagen kein Glück hatten. Das nennt man das wohl eine Win-Win-Situation =0) Am Abend werden wir dann noch zur „Happy Hour“ an den Strand eingeladen. Hier treffen sich alle Dauercamper zum Sonnenuntergang und tratschen über die Geschehnisse des Tages. Wir werden als die „Fish guys“ herzlich willkommen geheißen und jeder der Anwesenden will gleich alles mögliche über die „Neuen“ wissen. Es ist immer wieder schönn, zu erleben, wie schnell die Australier einen in ihre Gruppe aufnehmen. So unterhalten wir uns bis zum Abendessen mit Allen; über die besten Campspots, die klauenden Franzosen und sonstiges.

Gutes Stichwort: Abendessen. Nach unserer Fisch-Orgie von gestern gabs dann heute Steak und Süsskartoffelsalat. Yum.

<