Wie geht’s jetzt weiter?

Wie geht es jetzt weiter? Zurück ins „normale“ Leben?

Nachdem die ersten Monate ins Land gingen, stellte sich langsam sowas wie ein „Normalzustand“ ein. Gemeinsam mit Ricos Schwester beschlossen wir, dass sie mit ihrer Familie im Sommer beim Vater im Haus mit einzieht. Auf Dauer konnten wir dann aber nicht mehr im Haus mit wohnen. Also standen wir nun vor der Frage, wie es jetzt weiter gehen soll.

Sollten wir uns jetzt einen Job suchen, eine Wohnung mieten und ein „normales“ Leben leben?
Ein Wiedereinstieg in das gute alte „Hamsterrad“ war für uns jedenfalls keine Option. Wir hatten vor mittlerweile drei Jahren etwas in Gang gesetzt, dass sich so richtig und gut anfühlt, dass wir den Schritt zurück“ auf keinen Fall gehen wollten. Wir hatten 2013 die „Sicherheit“ eines „geregelten Lebens“ aufgegeben und sie für unsere Freiheit eingetauscht. Und auch der Schicksalsschlag inder Familie hat uns nur noch mehr darin bestärkt, unseren Weg weiter zu gehen. Schließlich wurde uns damit ganz deutlich gezeigt, wie kostbar das Leben ist und wie schnell auch alles vorbei sein kann.

Wir entschieden uns, dass wir als nächstes durch Europa reisen wollen. Dadurch sind wir erstmal nicht so weit weg von unseren Liebsten und können trotzdem weiter unseren Weg gehen. Wohin, wie und über welchen Zeitraum wir nun reisen würden, war uns dabei allerdings noch nicht klar.
Die Antworten kamen dann aber schneller als gedacht:

Wohin und wie lange?

Auf Reisen hatten wir immer mal wieder von „house-sitting“ gehört und gelesen. Das ist praktisch sowas wie Baby-sitten, nur dass man hier auf ein Haus aufpasst. Wir hatten auch schon ein paar Reportagen und Reiseberichte von Leuten gesehen, die an den verschiedensten Orten der Welt in „fremden“ Häusern leben und dort auf alles aufpassen. Die Zeiträume dafür variieren dabei von ein paar Tagen bis hin zu mehreren Jahren. Meistens ist das Ganze mit der Betreuung von Haustieren und/oder Gartenpflege verbunden. Wir haben uns das ganze im Internet näher angesehen und uns bei den Portalen nomador.com und trustedhousesitters.com angemeldet und ein Profil erstellt.
Unsere Idee war, dass wir bis zum Spätherbst durch die Lande ziehen und uns für die kalte Jahreszeit eine Bleibe irgendwo im Ausland suchen wollen. Da wir schon einige Erfahrungen auf dem Gebiet House-sitting sammeln konnten, waren wir auch zuversichtlich, dass wir schnell was Gutes finden würden. Dabei war es sicherlich auch hilfreich, dass wir von unseren Reise-freundschaften, Familie und Bekannten gleich ein paar gute Referenzen bekamen.

Nach relativ kurzer Suche, hatten wir interessante Angebote gefunden und recht schnell zwei Zusagen bekommen. Es handelte sich jeweils um house-sittings über die Wintermonate, eins in England und eins in Spanien. Am Ende hatten wir uns für das Haus in Südspanien entschieden. Nun hatten wir also schon mal ein Ziel und einen Zeitraum. Das Haus in Südspanien, genauer gesagt in Conil de la Frontera, welches zufällig auch noch von einer Deutschen bewohnt wird, sollen wir von Dezember bis April 2017 betreuen.

Auf dem Weg nach Spanien wollten wir vorher noch ein paar Freunde in Deutschland besuchen und anschließend über Frankreich nach Spanien reisen. So können wir unsere Freunde in der Ferne besuchen und gleichzeitig auch mal die Heimat etwas näher kennen lernen. Uns geht’s da sicherlich so wie vielen. Von den Ländern der Welt haben wir schon einiges gesehen, aber Deutschland? Da gibt’s auf unserer Karte noch viele unentdeckte Ecken.

Einmal Camper, immer Camper?

Nun hatten wir also einen Plan, wo es hin gehen soll. Aber wie wollen wir reisen?
In Australien und Neuseeland hatten wir uns in das Camperleben ja schon verliebt und so lag es für uns nahe, dass wir uns auch für Europa was campermäßiges zulegen. So könnten wir am freiesten durch Deutschland und weiter bis nach Spanien reisen.

Nach langem Überlegen, ob es ein Campervan, ein Wohnanhänger oder sogar ein Wohnmobil werden soll, haben wir uns am Ende für die Variante Wohnwagen entschieden. So sind wir am flexibelsten und am kostengünstigsten. Ein Campervan sollte es am Ende auch nicht werden. Aufgrund des doch recht rauhen europäischen Herbst- und Winterklimas und der Tatsache, dass wir noch gar keine Idee hatten, wie die weitere Zukunft für uns aussieht, gefiel uns am Ende die Idee eines größeren Wohnwagens, sozusagen einer Art Mini-zu-Hause, noch am besten. Und ein halbwegs solides Wohnmobil wäre für unsere Zwecke viel zu teuer gewesen.

Am hilfreichsten für unsere Entscheidung war allerdings die Tatsache, dass wir von unserer lieben Familie in Leipzig ein Auto zur Verfügung gestellt bekommen haben. Elas Großeltern hatten sich im Vorjahr ein Neues gegönnt und das „alte“ den Eltern überlassen. Dort fristete es ein recht ruhiges Leben in der Einfahrt. Bisher waren wir mit dem Auto von Ricos Mutter mobil. Als aber das Auto von Ricos Schwester durch einen Blitzschaden zerstört wurde, gaben wir ihr „unseres“ und bekamen das „alte“ Auto der Großeltern. Als wäre es ein Zeichen des Schicksal, so hatte unsere „Goldie“ – wie wir sie seitdem wegen Ihrer Lackierung nennen – auch eine Anhängerkupplung an Bord!

Die Entscheidung stand somit fest – wir kaufen einen Wohnwagen. Nach kurzer Suche im Internet haben wir in der Nähe von Leipzig ein passendes Modell gefunden und so im Sommer unseren Willi bekommen!

Unser Gespann: Goldie und Willi:

Mit seinen 30 Lenzen ist er zwar nicht mehr der Jüngste, aber die Basis ist solide und ein paar Umbauten zur individuellen Gestaltung hätten wir ohnehin vorgenommen. Wir konnten unseren Willi in Leipzig bei den Eltern auf dem Hof abstellen und erstmal noch ein paar Umbauten vornehmen, bevor es auf die große Reise geht. So verbrachten wir den größten Teil des Sommers also in Leipzig.

Im Laufe der Wochen hatten wir uns ein kleines Heim geschaffen, in dem wir all unsere Kram unterbringen können und mit dem wir uns – nach einer kleiner Umgestaltung des Innenraums – echt wohl fühlen und nach dem Einbau einer Solaranlage auch halbwegs autark unterwegs sein können – nur ab und zu muss mal die Gasflasche getauscht und alle paar Tage der Wassertank und die Toilette erneuert werden. Für uns, die wir zwei Jahre lang alles Nötige in 2 großen Rucksäcken dabei hatten, herrscht jetzt regelrecht Platz und Komfort ohne Ende =0)


Umbau Willi:
Wohnraum:
Wände und Decke neu gestrichen,
Neue Vorhänge (hat Ela selbst genäht)
Neue Folien für Tische und Ablagen
Fußbaden – selbstklebendes Vinyl-Laminat
Elektrik – Einbau einer Solar-Anlage (2 Panels á 100 Watt, inkl. Batterie 100AH) und Umrüstung der Beleuchtung und Steckdosen auf 12 V

Bad:
Neue Tapete,
Waschbecken raus, Dusche rein

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