Month: June 2017

San Sebastian – erste Kampfspuren und kulinarische Highlights

Dienstag, 30.05.17

Für Ricos Geburtstag morgen wollen wir nach San Sebastian fahren. Doch der Tag beginnt mit einer kleinen Überraschung. Als wir Goldie am morgen tanken fahren wollen, hört der Motor sich gar niht gut an. Einer der Zylinder scheint zu streiken. Gestern war noch alles in Ordnung… Unsere Diagnose: Zündkerze kaputt!?! Nach den vielen Wochen und Kilometern mit dem gleich schweren Willi auf dem Buckel, zeigt unsere Goldie langsam erste Spuren der Belastung. Wir können’s gut verstehen. Fahren wir ja meistens mit dem Gaspedal am Anschlag, um gerade so die zulässigen 80 km/h zu schaffen; dazu kommen noch die vielen steilen Berge, wie vor allem in Portugal…

Zum Glück findet sich hier im kleinen Örtchen Arguedas eine Werkstatt, die unser Problem binnen einer Stunde löst! Prima, und das mit Ricos Geburtstagsgeschenk ist jetzt auch gleich geklärt – er hat sich sehr gefreut =0)

Jetzt geht’s aber auf nach San Sebastian. Im Internet haben wir schon mal ein paar Eindrücke über die Stadt bekommen und sind gespannt. Unseren Willi parken wir kurz vor der Stadt an der Sport-Arena ab. Mit Goldie fahren wir dann alle Ecken der wunderschönen Küstenstadt ab. Am Nachmittag gönnen wir uns dann für 2,20 € pro Person den besten Aussischtspunkt.

Unten in der Inner City stellen wir unsre Goldie dann ab und wandeln durch die schönen Gassen. San Sebastian – wie generell das spanische Baskenland – ist vor allem für seine Pinxos berühmt. Das sind kleine Snacks – ähnlich wie Tapas, nur etwas „höherwertiger und anspruchsvoller“ wie man uns erklärt. In den kleinen Gassen der Altstadt kommt man alle 10 Meter an einer Pinxo-Bar vorbei. Auf dem Tresen werden die jeweiligen Spezialitäten des Lokals aufgereiht. Man kommt einfach rein, bestellt sich was zu trinken und nimmt sich vom „Buffet“ was man will. Unter den Bars gibt es einen regelrechten Wettstreit um die besten Pinxos. Im Verlauf des Abends probieren wir uns durch die verschiedenen Lokale und ihre vielfältigen Snacks. Das absolute Highlight ist dann für uns aber das “Dessert”!!! In der wohl am besten besuchten Pinxo-Bar gibt es den wahrscheinlich leckersten Käsekuchen der Welt. Beim ersten Anlauf gehen wir noch unverrichteter Dinge, da uns der Andrang einfach zu groß ist. In den anderen Bars gibt’s leider keine süßen Snacks – sozusagen als kulinarischen Abschluss eines schönen Tages. Eine Stunde später schlagen wir daher wieder in der besagten Bar auf und diesmal bekommen wir unser Stück Käsekuchen (oder besser gesagt 2 =0) mit Kaffee und sogar noch einen Sitzplatz. So feiern wir, mit diesem Stück vom Himmel im Mund, in Ricos Geburtstag rein. So gegen 2 Uhr nachts fallen wir dann totmüde ins Bett.

Morgen werden wir dann Spanien in Richtung Frankreich verlassen.

Bilbao und der Wilde Westen – Baskenland

27. – 29.5.17

Nach unserem schönen Zwischenstop in Kantabrien geht die Reise ins Baskenland. Und auch diese Region hat so ihre Eigenheiten, vor allem mal wieder sprachlicherseits. Uns war schon bekannt, dass vor allem das Baskenland neben Katalonien wohl die am stärksten nach Unabhängigkeit strebende Region in Spanien ist. Aber die Sprache ist der Hammer. Laut Wikipedia ist das Baskische eine sogenannte isolierte Sprache, das heißt, sie hat keine Verwandtschaft zu irgendeiner anderen Sprache der Welt… Überall an den Schildern an der Autobahn und in den Städten steht alles immer in spanisch und dann nochmal in “Bahnhof”… genau das verstehen wir nämlich meistens, wenn wir die baskischen Bezeichnungen lesen. Hier helfen auch unsere Kenntnisse in Englisch, Französisch oder Deutsch – ja nicht mal unsere Brocken Russisch, Chinesisch, Koreanisch oder Japanisch irgend etwas…

Trotzdem schaffen wir es natürlich ohne Umwege nach Bilbao zu fahren. Die wahrscheinlich neben San Sebastian bekannteste Stadt des Baskenlandes ist eine richtige Großstadt im Stile einer modernen (und leider auch nicht sehr schönen) Metropole. Wir beschränken uns auf eine Auto-Stadtrundfahrt (bei zwischenzeitlich 37 Grad Außentemperatur ohnehin das Beste). Vorher halten wir noch in Santurtzi. Hier steht die eine 61 Meter hohe und 160 Meter breite Transportbrücke. An deren Seilen wird eine Art Gondel-Fähre zwischen zwei Flussufern hin und her geschickt un so Fußgänger, Autos etc. transportiert. Man kann auch einen Rundgang machen, aber auch hier sind uns 8 € pro Nase einfach zu teuer um einmal oben rüber zu laufen und später unten per Gondel wieder zurück zu fahren. Aber sehen mussten wir das Ganze schon mal – ist ja schon irgendwie skurril aber praktisch. In Bilbao nehmen wir mit dem Guggenheim-Museum und dem Fußball-Stadion, das uns irgendwie ans Dresdner Rundkino erinnert, unsere Highlights mit.

Am Nachmittag fahren wir dann Richtung Süden. Wir haben im Internet eine tolle Wüstenlandschaft entdeckt, die irgendwo zwischen Pamplona und Saragossa liegt. Wir übernachten unterwegs in der kleinen, aber grünen Hauptstadt des Baskenlandes – Vitoria Gasteiz – eher ungeplant. Eigentlich wollten wir schon etwas eher auf der Strecke in einem Dorf namens Amurrio übernachten, aber da auf dem Parkplatz dort morgen früh Markt ist, sind wir bis Vitoria-Gasteiz gefahren. Die ist übrigens angeblich nur deshalb 1980 baskische Hauptstadt geworden, weil man sich damals in der zugehörigen Provinz Álava nicht so recht entscheiden konnte, ob man lieber zum Baskenland oder zu Spanien zählen wollte… Am Abend hören wir dann noch große Jubelschreie und Raunen aus allen Gassen. Der städtische Fußballverein Deportivo Álaves bestreitet zufällig heute das Finale im spanischen Fußball gegen den großen FC Barcelona. Am Ende verliert man mit 3:1, geht – nach einem tollen Spiel – aber hoch erhobenen Hauptes nach Hause…

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Am nächsten Morgen geht unsere Reise weiter Richtung Wüste. Die Bardenas Reales ist eine Halbwüste im Süden der noch zum Baskenland zählenden Provinz Navarra. Gleich am Eingang, im Örtchen Arguedes gibt’s einen Stellplatz für unseren Willi. Die Wüste kann man mit dem Auto auf einem ca. 34 km langen Rundweg erkunden. Einfach gigantisch, so was inmitten des grünen Umlands hier zu sehen…

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Wir bleiben noch einen Tag länger hier und erkunden in Arguedas die Höhlen. Diese wurden noch bis in die 1960er Jahre als Wohnungen von armen Landarbeitern genutzt. Krass…

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Kantabrien – Santander und Cabarceno

24. – 26.05.17

Die Reise geht weiter. Aus dem Nationalpark Picos de Europa in Asturian fahren wir weiter an der spanischen Nordküste ins benachbarte Kantabrien. Dessen Hauptstadt ist das wunderschöne Santander. Bekannt wegen der gleichnamigen Kreditinstitut sind wir von der mittelgroßen Küstenstadt begeistert. Vor allem die Kombination aus vielen Grünflächen, schönen alten Häusern und der herrlichen Strandbuchten gefällt uns sehr gut. Wir picknicken an der Steilküste und genießen die Aussicht.

Im Süden der Stadt findet Ela einen schönen Übernachtungsplatz in Cabarceno. Hier gibt’s vor allem viel Natur, einen Badesee und einen groß angelegten Wildpark. Gleich hinter unserem Parkpatz wohnen die Elefanten. Herrlich. Vor allem, da es das Wetter so gut mit uns meint, genießen wir den See und die Natur um uns herum. Bei unserem Rundgang um den Wildpark (30€ Eintritt pro Person sind doch ganz schön happig und außerdem wollen wir solche Tierausstellungen ohnehin nicht auch noch unterstützen) essen wir uns an umliegenden Wild-Erdbeeren und Kirschen satt.

Asturien: Der schönste Wanderweg Spaniens – Picos de Europa

Montag, 22.05.17

Nachdem wir Portugal verlassen und in den letzten Tagen Galizien in Spaniens Nordwesten (also rechts-oben) bereist hatten, befinden wir uns jetzt in der Nachbar-Region Asturien.

Als Ela in den letzten Tagen so das Internet nach interessanten Wegpunkten in Asturien durchforstete, ist sie beim Nationalpark Picos de Europa hängengeblieben. Übersetzt heißt der Name so ungefähr “Spitzen” oder “Gipfel von Europa”. In diesem Gebirge gibt es immerhin um die 60 Berge, deren Gipfel über 2.500 Meter Höhe liegen. Wir planen auf jeden Fall die nächsten Tage hier ein. An der Touri-Info holen wir uns eine Wanderkarte und morgen kann es dann los gehen.

Wir brechen früh auf. Wir planen, den schönsten aller Wanderwege von Poncebos nach Cain entlang des Rio del Cares zu gehen. 21 km und ca. 6 Stunden sind geplant. Es gibt hier insgesamt 34 verschiedene Wanderwege aber wir wollen mal mit dem Schönsten anfangen. Bereits auf der Fahrt von unserem Übernachtungsplatz in Cangas de Onis bis zum Startpunkt in Poncebos merken wir, dass der Nationalpark nicht gerade klein ist. Um einmal ringsum zu fahren, kann man locker einen ganzen Tag im Auto verbringen. Das hatten wir irgendwie nicht soooo groß erwartet. Egal. Auf unserem Wanderweg, der übrigens auch der schönste Wanderweg Spaniens sein soll, gibt es natürlich alles, was das Herz begehrt. Unser Mittagessen nehmen wir direkt am Fluss ein, in dem wir uns vorher noch kurz abgekühlt haben. Das war bei geschätzten 8 Grad Wassertemperatur auch leicht…
Am späten Nachmittag erreichen wir dann unseren Willi wieder und fahren dann alle zusammen zum nächst liegenden Campingplatz, wo eine schöne Dusche uns den Tag versüßt…

Den nächsten Tag wollen wir nochmal nutzen, um noch ein paar schöne Bergseen zu erkunden. Dazu können wir direkt mit dem Auto bis nach Buferrera fahren und grandiose Ausblicke genießen. Das Meer im Norden sieht man nur nicht, weil es unten im Tal bewölkt ist. Hier oben brennt die Sonne wie verrückt.

Als wir etwas später den Nationalpark Richtung Küste wieder verlassen, kommen wir am bewölkten Küstenstreifen an. Es ist schon grandios… hier unten ist so ein “Mistwetter” mit Wolken, die den ganzen Himmel bedecken. Aber oben im Gebirge, da ist bester Sonnenschein – Realität hängt wie so oft vom Standpunkt ab…

Also wir können den Picos de Europa wirklich nur empfehlen. Am besten macht man hier mehrere Tage Urlaub und übernachtet an verschiedenen Ecken des Nationalparks. Da wir auf dem Weg in die Heimat „nur noch 2 bis 2,5 Monate“ Zeit haben und bestimmt noch viele tolle Sachen auf uns warten, haben wir erst mal die Highlights gemacht. Aber hierhin kommen wir gerne wieder.

 

Adeus Portugal, Spaniens Norden

18.05.17 Galizien – Santiago und Foz

Nach 4 Wochen Portugal fahren wir heute, am 18.05. wieder nach Spanien. Wir verlassen das Land über die A55 Richtung Santiago de Compostela. Nur unweit davon finden wir einen Übernachtungsplatz in O Milladoiro. Da wir heute erst recht spät hier ankommen, fahren wir erst morgen nach Santiago de Compostella, dem bekannten Pilgerort am Ende des Jakobsweges.

Bevor wir nun heute nach Santiago rein fahren, interessieren wir uns für das futuristisch anmutende Gebäude auf dem Berg im Süden der Stadt. Hier im Cidade de Cultura befindet sich neben der Bibliothek auch ein Museum für Galizische Kultur. Ja, wir sind in Galizien und merken das vor allem daran, dass hier viele Schilder in Spanisch (Castellan) und Galizisch (sehr nah am Portugiesischen) stehen. Nachdem wir das Cidade de Cultura etwas erkundet haben, toben wir uns erst mal an dem großen Spielplatz aus =0) und genießen die Riesenschaukel bei traumhaftem Wetter.

Im Anschluss fahren wir dann endlich in die Stadt hinein.

Santiago de Compostella heißt übrigens übersetzt soviel wie Santiago = heiliger Jakob und Compostela = Friedhof, weil man hier der Legende nach die Gebeine des heiligen Jakob gefunden haben soll… In den 80er Jahren hat man Wanderwege hierher ausgebaut und heute ist das Wandern auf “dem Jakobsweg” (es gibt mehrere verschiedene) fast schon zum Hype für Touristen aller Art geworden… Die Stadt, allen voran die Altstadt um die Kathedrale ist sehr schön – mit vielen kleinen Gassen usw. eigentlich wie fast alle ehemalis römischen Städte, die wir in Spanien bisher so kennen gelernt haben. Auf dem Platz vor der Kathedrale stehen, sitzen und liegen die ankommenden Wanderer und genießen wahrscheinlich das Ende einer mehr oder weniger langen und anstrengenden Reise. Allerdings macht sich bei uns der Eindruck breit, dass die meisten jetzt, wo sie am Ziel sind, eher “enttäuscht” sind. So ganz nach dem Motto – DAS ISSES JETZ?!? Es ist sicherlich nie leicht, am Ende einer Reise anzukommen. Das Sprichwort “Der Weg ist das Ziel!” gilt schließlich kaum irgendwo so treffend wie beim Pilgern – ist es doch der Weg, der mich zum Nachdenken und Sinieren über mich und die Welt anregen soll. Wenn ich meine Zeit allerdings “nur” mit dem Singen von Wanderliedern, Diskussionen über die aktuellen Nachrichten oder mit dem berühmten “Selfie-Machen” verbringe, kann so eine Wanderung schnell ihren Mythos verlieren. Wir können es nicht beurteilen, schließlich haben wir den Pilgerweg ausgelassen.

Später gehen wir noch ein bisschen in den umliegenden Parks von Santiago spazieren bevor wir am späten Nachmittag wieder bei unserem Willi eintreffen.

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Freitag, 20.05.17 Auf nach Foz!

Wir verlassen Santiago und fahren an die Nordküste Spaniens. Genauer gesagt landen wir heute in dem kleinen Touristen-Ort Foz zwischen A Coruña und Gijon. Das Wetter lädt uns geradezu zu einn paar Strandspaziergängen entlang der Küste ein. Nur zum Baden ist uns der Wind etwas zu kalt – wir sind ja auch mittlerweile ziemlich verwöhnt was das angeht. Achso Foz heißt aus dem Spanischen übersetzt soviel wie Mund, also hier wohl eher Flussmündung…

Wir bleiben noch einen Tag länger und setzen am Montag unsere Reise entlang der Nordküste Spaniens morgen fort.

Porto – 16.05.17

Bevor wir von Lissabon aus bis nach Porto durchfahren, machen wir im schönen Fouradouro – direkt am Strand – am 15. noch einen Zwischenstop.

Die Großstadt im Norden des Landes ist vor allem für den gleichnamigen Wein bekannt. An der Touristen-Information buchen wir für 10 EUR pro Person gleich mal eine Weinverkostung in einer der vielen Winzereien am Nachmittag. Schließlich wollen wir gern was davon mitnehmen und gern im Vorfeld klären, was der Unterschied zwischen Ruby, Tawny, Reserva, Vintage usw. ist. Bis dahin bleibt für uns viel Zeit um uns mit der Stadt vertraut zu machen. Im Gegensatz zu Lissabon wirkt Porto viel größer, geräumiger und nicht so wuselig. Mit dem Rio Douro, der durch die Stadt verläuft, hat man zudem von beiden Uferseiten aus einen sehr schönen Ausblick auf die Stadt. Vor unserer Weinverkostung wollen wir allerdings noch eine Basis im Magen legen und so probieren wir in einem kleinen Restaurant die lokalen Spezialitäten: traditionelle Wurst und ein Baguette mit Fleischfüllung. Die Weinprobe bei der Winzerei Cálem gibt uns dann erstmal einen theoretischen Einblick in die Welt des Portweins. Da wir uns dazu im Vorfeld schon mal im Internet belesen hatten, kannten wir das Wichtigste allerdings auch schon. Der Port wird nur hier im Tal des Douro angebaut und erhält seine Süße dadurch, dass die Gärung durch Hinzugabe von Alkohol gestoppt wird. Die verschiedenen Rebsorten und Lagerungszeiten sowie Zugabe unterschiedlicher Kräuter und Geschmacksstoffe geben dem jeweiligen Wein dann seinen individuellen Geschmack. Normalerweise sind Tawny und Ruby die typischen Portweine. Im Laufe der Zeit kamen dann noch Weiß- und Roséwein zum Sortiment dazu. Am Ende konnten wir dann zwei ausgesuchte Weine probieren. Viel schlauer waren wir nun allerdings nicht. Wir hatten zwar 2 Weine getestet, aber bei den vielen verschiedenen Typen war das nur ein kleiner Ansatzpunkt. Am späten Nachmittag gingen wir dann noch zum Instituto do Vinho do Porto. Obwohl das eigentlich schon geschlossen war, durften wir noch rein und haben mit dem Somelier eine richtige Weinverkostung gemacht. Wir haben verschiedenste Sorten probiert und uns am Ende auch wirklich mal ein Bild vom Portwein machen können. Wenn du mal eine Weinverkostung in Porto machen willst und dir die Basisinformationen per Internet ausreichen, dann spar dir die Weinverkostung bei der Winzerei und geh gleich ins Portwein-Institut. Dort kann man so viele Weine testen, wie man will und bekommt auch eine sehr gute Beratung on top!

Nach einem tollen Tag in Porto kommen wir dann am Campingplatz an. Auf dem außerhalb befindlichen Parkplatz stellen wir das Auto ab. Beim Aussteigen hören wir ein lautes Pfeifen aus den nebenan liegenden Wohnhäusern. Wir entdecken einen jungen Mann, der ein Waffe in die Luft hält, diese durchlädt und dann direkt auf uns richtet!!! wie perplex stehen wir fest angewurzelt. Nach ein paar Sekunden – es ist nichts weiter passiert – gehen wir völlig von Sinnen langsam zum Eingang des Campingplatzes. Ela sagt dem Wachmann, was gerade passiert ist und Rico geht zum Wohnwagen. Nach ein paar Minuten geht auch er ins Büro und bittet den Wachmann die Polizei zu rufen. Noch immer sitzt uns der Schreck im Körper oder ist das Schock? Was war da gerade passiert? Hat da gerade jemand eine Waffe auf uns gerichtet und angedeutet, uns erschießen zu wollen? Wir warten auf die Polizei, bis die eintrifft, beschließen wir, dass wir heute noch abreisen, sollte der junge Mann nicht fest genommen werden. Als die Polizei (die kein Wort Englisch spricht) eintrifft geht sie rüber zu dem Haus und klingelt. Es geht keiner ran. Das wars. Sie kommen zurück. Währenddessen läuft unser Wachmann zum Balkon, auf dem der Junge vorhin stand und spricht mit seiner Frau oder Mutter. Die Beamten erklären uns, dass sie ohne eine Meldung nichts machen kann. Dazu müssten wir in die Stadt mitkommen. Also fahren wir ihnen hinterher zum Revier. Dabei machen wir noch einen Riesen-Umweg. Die Uniformierten im Wagen vor uns waren wohl lange nicht mehr in dr Stadt =0) An der Touristen-Polizei-Wache (die übrigens direkt neben der Touristen-Information ist) melden wir dann, auf englisch, einem Kollegen, was passiert ist. Nach langem hin und her schickt der die beiden Polizisten, die mit uns den ganzen langen Weg vom Camping-Platz bis hierher gefahrn sind nochmal los, um nochmal am Haus zu klingeln und die Lage erneut zu untersuchen. Der Kollege hier im Büro sagt uns, während dessen hätte sich die Frau vom Balkon bei der Polizei gemeldet und mitgeteilt, dass ihr Sohn nur einen Spaß mit einer Spielzeugpistole machen wollte. Wir – immer noch etwas benommen von der Situation – die mittlerweile fast 2 Stunden her ist – wissen nicht was wir tun sollen. Wir schildern dem Kollegen hier im Büro was passiert war und der notiert alles handschriftlich – keine Computereingaben, keine Unterschrift von uns – nichts! Als wir später wieder zurück zum Campingplatz fahren und etwas ängstlich vorm Eingang warten, kommt der Wachmann vom Camping-Platz auf uns zu und zeigt uns die Spielzeugpistole des jungen Mannes. Er selbst, vielleicht 16 Jahre alt, und die beiden Polizisten sind auch da. Der Junge erzählt uns, er hätte nur mit seinem kleinen Bruder gespielt und uns keine Angst machen wollen…

…Nach diesem ganzen Theater waren wir beruhigt, dass sich die Geschichte aufgeklärt hat. Wir beschließen, nun doch hier zu bleiben. Irgendwann gegen Mitternacht essen wir dann noch was bevor wir totmüde und geschafft ins Bett fallen.

Den nächsten Tag verbringen wir fast gänzlich auf dem Camping-Platz. Das Wetter ist eh nicht so gut und wir wollen Strom und Internet nochmal zum Recherchieren und Blog-Schreiben nutzen, bevor wir Portugal morgen wieder gen Spanien verlassen.

Lissabon und Umgebung – Belem & Sintra

 

Lissabon – unsere nächste Etappe ist die Landeshauptstadt. Über Setúbal und Sesimbra finden wir nach etwas längerer Suche einen Campingplatz in Vila Franca de Xira im Norden der Stadt. Der ist nicht nur günstiger, sondern auch ruhiger als die Alternative in der Hauptstadt.

Unterwegs dahin – aber auch generell in Portugal – sind wir immer wieder überrascht, wie bergig das Land ist. Ab und zu müssen wir unsere arme Goldie im 2. Gang über die Gebirgszüge quälen. Auf der Fahrt nach Sesimbra entlang der Küste durch den Nationalpark Arrábida kommen wir bergauf sogar fast zum Stehen!!! Im 1. Gang und zusätzlich durch plötzlich einsetzendem Platzregen fast vollkommen ohne Traktion geht uns mal wieder die Puste… Diesmal war die Straße aber asphaltiert und die Steigung nicht mal angezeigt!!!

Heute, am 12.05. geht’s in die Hauptstadt. Der Verkehr in Lissabon ist der Wahnsinn. Mal abgesehen von den immer kleiner werdenden Gassen im Stadtzentrum verläuft der Verkehr oft über Einbahnstraßen, gern auch mal mit 25% oder mehr Steigung… Wir finden sogar noch einen (kostenlosen) Stellplatz am Rande des Stadtzentrums. Nicht umsonst ist die Bevölkerung seit den 80er Jahren von ca. 800.000 auf knapp 500.000 gesunken. Laut Wikipedia ist die Verkehrssituation und die marode Bausubstanz schuld daran. Naja das mit dem Verkehr können wir auf alle Fälle bestätigen. Zwischen den vielen Autos drängen sich dann noch die Straßenbahnen – einem Wahrzeichen der Stadt – mit unzähligen Touristen. Generell fällt uns auf, dass hier Massen an Touris unterwegs sind. In unserer Wahrnehmung machen sie 75% der Leute hier aus.

Am späten Nachmittag fahren wir noch nach Belém im Westen der Stadt und sehen uns die typischen Touri-Attraktionen noch an…

Am nächsten Tag fahren wir nach Sintra. Im Nationalpark nordwestlich der Hauptstadt warten gute Wanderwege und schöne Schlösser und Burgen auf uns. Als wir uns dem Zentrum nähern merken wir schnell – hier bleiben wir doch nicht so lange – Der Ort platzt vor Touristen aus allen Nähten und die Eintrittspreise zu den einzelnen Parks und Schlössern sind auch nicht von schlechten Eltern. Immerhin, für schlappe 50 EUR kann man sich einen Tagespass kaufen. Geht’s noch? Man kann aber auch einzelne Attraktionen für 8 bis 15 Euro besuchen… Zudem ist es heute mal wieder unsagbar warm. Wir machen daher eine Autorundfahrt durch den Wald, halten an den für uns schönsten Punkten und haun wieder ab. Zu überrannt, zu teuer, zu warm. Schade. Naja immerhin haben wir die Fahrt durch den Park und im Anschluss entlang der Küste wirklich genossen.

Nach einem weiteren Tag auf dem Campingplatz – heute bleiben wir hier, schreiben mal wieder bissl im Blog und verarbeiten die Eindrücke der letzten Tage, geht’s morgen weiter nach Porto.

Evora – 09.05.17

Unser Tagesziel ist die Stadt Evora (natürlich auch ein Tipp von Sarah und David =0). Auf dem Weg von Santa Clara Richtung Norden machen wir erst mal einen Mittagsstopp in der alten Minenstadt Lousal:[/vc_column_text]

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Weiter geht’s dann bis Pego de Altar, weil es hier wieder einen schönen Stellplatz an einem Stausee gibt. Hier stellen wir unseren Willi für die nächsten 2 Tage ab.

Ohne Wohnwagen unterwegs halten wir auf dem Weg nach Evora noch an einem Megalith-Bau an. Und diesmal gibt es etwas mehr als „nur 2 Hinkelsteine im Wald“ zu sehen. Wenn man sich in den Steinkreis reinstellt und die Augen schließt, kann man sich sogar einbilden, dass man Schwingungen von den mystischen Steinen empfängt…

Als wir dann am Nachmittag in Evora ankommen, halten wir direkt vor dem Diana-Tempel – dem touristischen Highlight der Stadt. Daneben gibt’s – wie immer – ein paar Kirchen, kleine Gassen und Denkmäler zu sehen.

Lagos, Sagres, Santa Clara – 05.05.17

 

Am Freitag fahren wir weiter nach Lagos. Willi wird an unserem Übernachtungsplatz, einem großen Parkplatz vor der Stadt, abgestellt und wir erledigen den Haushalt – Wäsche-Waschen im Wasch-Salon und Einkaufen… Am Nachmittag erkunden wir die Südküste weiter bis nach Sagres, dem Zipfel im Südwesten…

  

Am nächsten Morgen, Samstag, den 06.05.m ist Markttag. Da der Markt hier auf dem Platz statt findet wo wir und viele andere Wohnmobilbesitzer die Nacht verbracht haben, werden wir so gegen 6 Uhr von den Aufbauarbeiten geweckt. So kommen wir heute wesentlich früher als sonst los. Unser Tagesziel heißt Barragem de Santa Clara. Wir bleiben 3 Tage, an denen wir nahezu allein mit uns und der Natur sind.

Algarve – Alvor und Portimão 02.05.17

 

Nach einer schönen Zeit am Stausee von Sao Domingo fahren wir wieder runter zur Küste. Eigentlich hatte uns Sarah eine andere Route empfohlen, aber wir brauchen zum Früchstück unseren Quark!!! und den gibt’s hier leider nur im Aldi oder im Lidl… (Wir ernähren uns zur Zeit recht „organisiert“. Seit unserem Fasten haben wir unsere Ess-gewohnheiten mal etwas umgestellt. Wir essen erst gegen 12 Uhr die erste Mahlzeit und versuchen gegen 18 Uhr mit dem Abendessen fertig zu sein. Das heißt, die Pause zwischen den Mahlzeiten soll mehr als 12 Stunden betragen, so dass der Körper auch mal vom Verdauen „frei bekommt“. Das Ganze ist auch unter dem Begriff intermediäres Fasten bekannt. Außerdem verzichten wir auf den Verzehr von Zucker komplett und auf den von sonstigen Kohlehydraten zum größten Teil. Das heißt, außer am Wochenende mal gibt`s zum mittäglichen Frühstück Quark mit unserem selbstgemachten Nuss-Mix. Dazu essen wir noch Früchte, meistens Orangen, Birnen und Äpfel. Ansonsten gibt’s am Abend meistens eine Kombination von Gemüse mit Käse und/oder Ei, ab und zu auch mal etwas Fisch oder Garnelen.)

Also, wie gesagt, aufgrund der Tatsache, dass man hier in Portugal Quark – eine unserer Hauptnahrungsmittel – nicht überall bekommt, fahren wir runter zur Südküste, genauer gesagt bis Alvor, bei Portimão. Hier finden wir dann auch die Highlights der Algarve! Wunderschöne Strände, türkisfarbenes Meer und wirklich sehenswerte Felsformationen am Ufer (Vgl. die 12 Apostel in Südaustralien).

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