Month: September 2015

#100 – Woche in Bildern

Woche 100 – vom Norden in den Süden

Es ist echt krass, wie die Zeit vergeht. Ganze 100 Wochen sind wir jetzt schon unterwegs und nur für den Fall, dass sich der ein oder andere die Frage stellt: Nein, wir haben keine Lust damit aufzuhören! Noch nicht!


Montag 07.09.15

Nach unserem Trek sind wir heute noch in Utoro geblieben und haben uns von den Anstrengungen erholt, Wäsche gewaschen, Zelt, Rucksäcke und Schuhe in der Sonne getrocknet und die Ruhe auf dem Camping-Platz genossen. Am Nachmittag lernen wir noch Joe und Amy aus England kennen, die eine Weltreise mit dem Fahrrad machen… Vielleicht machen wir sowas ja auch mal. Auf jeden Fall können uns die beiden nur Gutes übers Reisen mit dem Bike berichten. Am Abend schmeißen wir zwei uns in unsere Hängematte und genießen den Sonnenuntergang (Bild 1). Der fällt heute allerdings nicht so spektakulär wie gestern aus.

 

Dienstag 08.09.15

Reisetag… Mit dem Bus und später mit dem Zug fahren wir so langsam aber sicher Richtung Sapporo, unserem Tagesziel. Wir wollen den Nachtzug wieder zurück auf die Hauptinsel nehmen. Dazu fahren wir bis Abashiri. Von hier aus wollen wir es, wegen der langen Wartezeit bis zum Anschluss-Zug nach Sapporo, per Anhalter probieren. Nach ein paar Minuten warten am Straßenrand nimmt uns dann ein junger Japaner bis nach Asahikawa mit. Er will dort zum Baseball-Spiel gehen, wo seine Jungs gegen die Mannschaft aus Asahikawa ein Spiel bestreiten. Nach ca. 4 Stunden und 300 km Fahrt setzt er uns am Bahnhof ab. Einfach klasse, wie gut das mit dem hitch-hiken hier in Japan klappt. Am Bahnhof haben wir noch etwas Zeit, bis es nach Sapporo weiter geht. Die können wir hier Gott sei Dank wieder im Park verbringen (Bild 2). Allerdings müssen wir hier auch feststellen, dass wir den Nachtzug mit unserem Studenten-Zug-Pass gar nicht nehmen dürfen. Die Fahrt aufs „Festland“ kostet ca. 100 EUR pro Person. Da hatten wir auf dem Hinweg hier hoch ja wirklich Glück, dass es keinem aufgefallen war, dass wir mit einem ungültigen Ticket hierher gefahren sind. Wir dürfen wohl nur lokale und Rapid-Züge, aber keine Express-Züge nehmen… das war uns so noch nicht erklärt worden… Aufgrund der veränderten Situation beschließen wir daher, einen Flieger zu buchen, der uns dann übermorgen bis nach Nagoya bringt. Eine sehr gute Entscheidung – wie sich später noch heraus stellen soll…

Wir schreiben unserem Couchsurfing-Kontakt in Sapporo, dass wir nun doch kommen (eigentlich hatten wir wegen des knappen Zeitplans schon abgesagt). Unser Ticket läuft am 11. September ab, da wir durch unseren Flug nun 3 Tage Zugfahrt sparen, können wir uns eben auch Sapporo noch ansehen. Am Abend kommen wir dort an, wo uns Aki am Bahnhof empfängt und mit zu sich nimmt. Zum Abendessen gehen wir in ein Curry-Restaurant, bevor wir anschließend in seinem Haus, in dem sich auch noch eine Bäckerei befindet, tot-müde ins Bett bzw. in die Futons fallen =0)

 

Mittwoch, 09.09.15

Heute ist also Sapporo dran. Aki gibt uns ein paar Tipps, was wir uns so ansehen sollten. Er lebt etwas abseits der Innenstadt in den Bergen, genauer gesagt, direkt neben der Olympia-Skisprung-Schanze. Genau da laufen wir auch als Erstes hin (Bild 3). Die Schanze selbst sieht irgendwie genauso aus, wie jede andere, also gehen wir ins angeschlossene Olympia-Museum. Dort wartet eine große Ausstellung und eine Vielzahl von Simulatoren und Spielen auf uns, bei denen man Ski-Springen, Bob fahren, Eisschnell-laufen und wieteres machen kann. Wir müssen natürlich alles ordentlich ausprobieren und haben eine Menge Spaß (Bild 4). Nur bei der Piruetten-Dreh-Machine (fürs Eiskunstlaufen) wird uns schnell übel… Egal, für seine 600 Yen (ca. 4,50 EUR) bekommen wir echt eine Menge geboten. Im Anschluss laufen wir durch die umliegenden Parks in die Stadt. Wir wollen heute Abend mal wieder deutsches Essen präsentieren: Eier in Senfsoße mit Kartoffelbrei! Dafür müssen wir noch alle Zutaten im Supermarkt einkaufen. Im Anschluss geht’s per Bus zurück zu Aki’s Haus und während Rico fleißig Berichte für unsere Seite schreibt, kümmern sich Ela und Aki ums Abendessen… achso, zum Nachtisch haben wir in einem Spezialitäten-Laden sogar noch Gries ergattern können. Den gibt’s dann als Nachtisch. Aki und seiner Mutter (und uns sowiso) hat es jedenfalls sehr gut geschmeckt (Bild 5) und wir sollen unbedingt die Rezepte in Akis Gästebuch hinterlassen. Ab Abend zeigt er uns dann noch sein Zimmer/Atelier. Er ist nämlich frei schaffender Künstler und Grafiker. Wir unterhalten uns bis spät in die Nacht.

Donnerstag, 10.09.15

Aki fährt uns früh um 6 zum Busbahnhof, von wo aus wir zum Flughafen fahren. In Nagoya kommen wir gegen 11 Uhr an. Von hier aus wollen wir heute aber noch weiter nach Hiroshima. Da wir heute auch zum letzten Mal unseren Zugpass nutzen können, nutzen wir diesen heute auch nochmal ausgiebig. Erst gegen halb 11 abends kommen wir in Hiroshima an… und wir haben keinen Plan, wo wir übernachten sollen. Couchsurfing war ausgebucht und dass billigste Hotel kostet 160 EUR!!! Wir hatten schon überlegt, ob wir unser Zelt irgendwo in einer ruhigen Ecke in der Stadt aufstellen sollten, aber es kam alles ganz anders. Einer der Couchsurf-hosts hat uns empfohlen, es mal in einem Manga-Café zwecks Übernachtung zu probieren. Wir hatten keine Ahnung was das sein soll. Naja, nach kurzem Rumfragen landen wir schließlich in einem dieser Cafés. Dabei handelt es sich um eine Art Bibliothek mit Internet-Cafe. Voll ausgestattet, mit kleiner Küche, Duschen und Waschmaschine mieten wir uns hier für 8 Stunden eine kleine Box… mit Schreibtisch und zwei Computern (Bild 6). In dem kleinen Sitzraum machen wir es uns mehr oder weniger gemütlich, gucken noch einen Film und schlafen dann irgendwann gegen 2 Uhr nachts ein. Eine der skurrilsten typisch japanischen Erfahrungen, die wir somit machen konnten.

Freitag, 11.09.15

Hiroshima – nach unserer kurzen und verrückten Nacht im Internet-Café konnten wir uns für heute ein Ryokan (also Pension mit typischen Futons) organisieren. Wir checken unser Gepäck ein und gehen auf Stadt-Erkundung. Hiroshima ist schön übersichtlich und gut zu Fuß an einem Tag machbar. Natürlich wollen wir uns den Friedenspark und die Stätten zum Gedenken an den Atombomben-Angriff 1945 ansehen (Bild 7). Bei einer Reise durch Japan gehört das irgendwie dazu, oder? Naja wir schaffen es, bis 16 Uhr alles anzusehen und noch was zu Essen zu organisieren. Ab jetzt dürfen wir nämlich erst in unser Zimmer und da wir den restlichen Tag Schlafen und Nichts-Tun wollen, sind wir perfekt im Zeitplan und führen unser Vorhaben auch konsequent durch.

Samstag, 12.09.15

Und weiter geht’s… Wir fahren auf die nahe liegende Insel Itsukushima. Hier gibt’s Tempel im Wasser und einen Camping-Platz. Wir kommen gegen Mittag mit der Fähre auf der Insel an. Da wir mindestens zwei Tage hier bleiben wollen, heben wir uns die Tempelgeschichte für morgen auf und trampen bis zum Camping-Platz. Die Insel ist total idyllisch, wir haben gleich einen Strand um die Ecke und überall laufen hier Hirsche, Rehe und Füchse frei und unmittelbar vor unserer Nase rum…Einfach schön (Bild 8). Zum Highlight des Tages geht’s abends mal wieder in ein Onsen (öffentliches Bad an einer heißen Quelle) (Bild 9).

Sonntag, 13.09.15

Heute erkunden wir die Insel. Dazu fahren wir mit dem Bus zum Hauptort, wo der Itsukushima-Schrein steht. Auf dem Campingplatz lernen wir beim Losmachen noch zwei Tschechen und im Bus ein deutsches Pärchen kennen. So vergeht die Fahrt wie im Flug. Dann folgt die große Inseltour mit Schrein mit dem großen Torii (Bild 10). Zwischen den Massen drängen immer mal wieder ein paar Rehe durch und klauen den Frauen alles, was essbar ist, aus den Handtaschen… Rückzu machen wir dann einen kleinen Umweg durch die Berge. Am Camping-Platz angekommen knallen wir uns an den Strand und lassen uns schön in der Sonne braten. Zwei Japaner, die direkt neben uns zum Angeln ihr Auto abgeparkt haben geben uns dann noch zwei Bier… so muss es sein!!!

Im Camp lernen wir später zwei Spanier und ein Aussie-Pärchen kennen, mit denen wir gemeinsam essen und den Abend verbringen. Wir sind die einzigen Camper heute und unser Zelt das einzige, welches nicht von Füchsen aufgerissen und geplündert wurde. Glück gehabt!

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#99 – Woche in Bildern

Woche 99 – Outdoor-Abenteuer in Hokkaido

Montag und Dienstag, 31.08.15 und 01.09.15

Zugtage… Wir müssen uns heute von unserer lieben Naoko verabschieden. Wir hatten eine wunderschöne Zeit mit ihr und als wir schließlich mit unseren gepackten Rucksäcken bei ihr im Flur stehen, ist sie völlig überrascht. Irgendwie hatten wir uns missverstanden und sie dachte, wir fahren heute nur zum Hauptbahnhof, um uns die Tickets für unsere Reise zu kaufen. Naja, wir verabschieden uns also von ihr (Bild 1) und treten unsere lange Zugreise an, die insgesamt 2 volle Tage dauern wird (Bild 2). Von Sendai aus fahren wir nach Norden bis Aomori. Dort werden wir 22 Uhr in den Schlafzug nach Sapporo steigen, der uns durch den 54 Kilometer langen Seikan-Tunnel, den drittlängsten Tunnel der Welt, auf die Insel Hokkaido bringt. In Sapporo kommen wir dann 6 Uhr morgens an. Dort gibt’s erst Mal Frühstück. Danach geht es weiter in den Nord-Östlichsten Zipfel der Insel nach Shari. Zwischendrin haben wir in Asahikawa einen längeren Zwischenstopp. Zum Glück gibt’s hier am Bahnhof auch einen schönen Park, wo wir die Zeit mit einem Picknick „totschlagen“. Vom Bahnhof in Shari, wo wir so gegen 21 Uhr ankommen, müssen wir dann noch ein paar Kilometer zu Fuß zu unserem Campingplatz für die Nacht. Als wir in Shari ankommen, gehen wir aber erst mal in den nächst gelegenen Supermarkt, um uns fürs Abendessen und Frühstück einzudecken. Als wir uns bei einer der Verkäuferinnen nach dem Weg zum Camping-Platz erkundigen, holt die schnell ihre Autoschlüssel und schon sitzen wir in ihrem Autoauf dem Weg zum Camping-Platz. Die Japaner sind einfach klasse. Im Camp angekommen bauen wir dann zum ersten Mal unser Schnäppchen-Zelt auf und hoffen, dass es uns gut durch die Nacht bringt.

Mittwoch, 02.09.15

Nach einer guten Nacht in unserem „neuen“ Zelt sind wir gut erholt in Shari aufgewacht. Jetzt heißt es, Vollgepäck auf und ab zum Bahnhof, diesmal allerdings wirklich zu Fuß. Von da aus geht es mit dem Bus weiter nach in die kleine Stadt Utoro, wo wir die nächsten Tage zum Wandern in den Bergen des Shiretoko-Nationalparks verbringen und unseren ersten Mehrtages-Walk mit Zelt und allem Drum und Dran machen wollen. Wir gehen also zum Campingplatz und erkunden im Anschluss Utoro hautnah. Am Hafen gibt’s dann am Hafen frischen Fisch zum Mittag (Bild 3). Später hitch-hiken wir noch bis zum Informations-Center, um uns für unseren anstehenden Marsch noch die letzten Infos zu besorgen. Wir wollen von Iowabetsu zum Mount Rausu (auch Rausu Dake genannt) und dann weiter entlang der Gipfel über den Io-Zan zurück. Wir planen zwei Übernachtungen ein. Das Wetter soll auf jeden Fall gut werden. Auf dem Rückweg zum Camp, nun zu Fuß, bekommen wir schon einen guten Eindruck von der Idylle, die uns erwartet. Und auch der ein oder andere Hirsch und Fuchs kreuzen unseren Weg. Im Camp zurück gehen wir noch in das benachbarte Onsen (=Thermalbad; von denen gibt es aufgrund der heißen Quellen hier ganz viele) und entspannen noch einmal so richtig, bevor es morgen los geht.

Donnerstag, 03.09.15

Trek, Tag 1: Mit dem Bus fahren wir zunächst von Utoro nach Iowabetsu. Von da aus läuft man erstmal eine Stunde bis zu einem Hot Spring. Zum Glück werden wir auf dem letzten Stück mal wieder von einem lieben Japaner mit dem Auto mitgenommen. Nun heißt es aber: auf in die Berge Richtung Rausu Dake. Mit unseren großen Rucksäcken, die beide so ca. 15 Kilo Gewicht haben, schleppen wir uns langsam die Berge rauf. Auf einer kleinen Zwischenstation machen wir schließlich nach ca. 4 Stunden Schluss für heute und bauen unser Zelt am Wegesrand auf. Hier gibt’s auch eine Möglichkeit, unsere Lebensmittel „bärensicher“ zu verstauen. Denn von denen soll es hier einige geben. Auf dem Weg trafen wir heute immer wieder Leute, die uns von Bären berichten, die sie auf der Strecke gesehen haben. Einige haben auch Fotos gemacht. Uns ist bisher zumindest noch keiner über den Weg gelaufen…

 

Freitag, 04.09.15

Gut ausgeruht laufen wir heute weiter. Erstes Etappenziel ist der Rausu-Dake. Er ist mit 1661 Metern der höchste Berg in der Gegend und vor allem auf den letzten Metern ziemlich anspruchsvoll. Auf dem Plateau vor dem letzten Aufstieg lassen wir unser Gepäck, bis auf etwas Proviant und warme Klamotten in den bärensicheren Containern zurück. Je näher wir dann dem Gipfel kommen, umso rauher wird das Wetter. Oben angekommen wehen eisige Winde und die Aussicht ist durch Wolken verdeckt (Bild 4). Auf dem Weg nach unten kommt dann auch noch Regen dazu. Wir nehmen unsere Sachen wieder auf und überlegen noch, ob wir wegen des schlechten Wetters zurück zum letzten Nachtlager gehen sollten (ca. 1 Stunde) oder ob wir unseren geplanten Weg in die Berge weiter verfolgen sollten (ca. 4 Stunden). Wir entscheiden uns, weiter zu gehen. Als Belohnung dafür erhalten wir 5 Stunden lang Regen, Regen und nochmals Regen. Ab und zu gibt’s dazu noch einen Orkan, der uns das Laufen so richtig schön schwer macht. Der Weg ist dazu noch seit Ewigkeiten nicht mehr gepflegt worden. Oftmals erkennt man kaum noch, wie und wo es weiter gehen soll. Unsere Schuhe sind voller Wasser, unsere Klamotten sind vollkommen durch und wir erfrieren fast. Dazu werden die Rucksäcke mit jedem Schritt schwerer — kurz gesagt, wir sind ziemlich am Ende. Wir erreichen trotzdem irgendwann unser „Camp“ am Ufer eines Sees. Hier steht natürlich auch alles unter Wasser… Wir bauen unser Zelt im eisigen Regen auf; unsere Knochen zittern und unsere Nerven liegen blank. Im Zelt suchen wir unsere letzten trocken gebliebenen Sachen zusammen, schmeißen uns in die Schlafsäcke und werfen unseren Kocher an. Wir sind wirklich fix und fertig und kommen so gut wie nicht in den Schlaf…

 

Samstag, 05.09.15

Nachdem es die ganze Nacht durch geregnet hat und wir so gut wie nicht geschlafen haben, überlegen wir verzweifelt, was wir jetzt machen sollen. Selbst gegen Mittag regnet es immer noch in Strömen. Gott sei Dank hält zumindest unser Zelt relativ gut durch. Wir haben zudem aufgrund der inneren Anspannung bisher kaum etwas gegessen. Da das Wetter weiter so schlecht bleibt, haben wir nur 2 Optionen: im Regen 7 bis 9 Stunden bis zur nächsten Straße laufen und dort hoffen, Leute zu finden, die uns in die Stadt mitnehmen oder noch einen Tag auf besseres Wetter warten/hoffen… Wir entscheiden uns, noch einen Tag zu warten. Zum Glück wird das Wetter nach dem Mittag endlich etwas freundlicher. Die Sonne kommt raus und wir können langsam ein paar Sachen trocknen und uns aufwärmen (Bild 5). Der Tag wird immer besser und so auch unsere Stimmung (Bild 6). Mal sehen wie es morgen wird…

Sonntag, 06.09.15

Heute setzen wir unseren Trek endlich fort. Nach den letzten beiden nervenzehrenden Tagen ist das Wetter heute super. Wir starten früh am Morgen und laufen auf den Gipfeln der Berge auf ca. 1500 Metern entlang und genießen die schöne Aussicht bis runter zum Meer (Bild 7). Auf dem Weg kommen wir allerdings manchmal auch an Passagen lang, die es so wohl in Deutschland nicht ohne Sicherungen geben würde. Vor allem Ela sind die Gratwanderungen nicht geheuer. Da hilft es, dass ab und zu auch ein Japaner an uns vorbei kommt und uns den Weg „vormacht“. Vorbei am Io-Zan, dessem Gipfel wir aufgrund der starken Bewölkung diesmal auslassen, nähern wir uns langsam aber sicher dem Ende der Strecke. Wir kommen schließlich auf der Straße nach Utoro raus. Von hier aus sind es allerdings noch einige Kilometer zu gehen. Wir versuchen also, per Anhalter in die Stadt zu kommen und gleich nach ein paar Versuchen nehmen uns schließlich 3 Studentinnen in ihrem Auto mit (Bild 8). Selbst mit dem Auto dauert die Farht in die Stadt fast eine halbe Stunde. In Utoro angekommen decken wir uns mit Essen für den Abend und zum Frühstück ein, bauen unser Zelt wieder auf dem hiesigen Camping-Platz auf. Heute schenkt uns der Himmel sogar noch einen traumhaften Sonnenuntergang (Bild 10). Am Abend dann gehen wir wieder in das Onsen nebenan. Bereits seit 2 Tagen haben wir sehnsüchtig daran gedacht, hier in den heißen Quellen zu liegen, uns aufzuwärmen und unsere verkrampften und schmerzenden Muskeln und Knochen zu entspannen.

Am Ende müssen wir trotzdem zugeben: Trotz des katastrophalen Wetters am zweiten Tag war der Trek klasse. Die Wege sind nur leider sehr oft, vor allem für Wanderer mit großen Rucksäcken, nahezu undurchdringlich. Das Wetter kann man nun einmal nicht beeinflussen aber die Aussicht und die Natur waren wirklich traumhaft schön.

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#98 – Woche in Bildern

Woche 98 – Nojiri bis Sendai

Montag, 24.08.15

Unsere erste Nacht im Zelt… Zwei Jahre reisen wir nun beinahe aber im Zelt haben wir bisher noch keine einzige Nacht verbracht (Bild 1). Wir haben dann auch gleich mal das Wetter und die Temperaturen deutlich unterschätzt. In unserem Mietzelt gab es leider weder Iso-Matten noch Schlafsäcke… Naja, so starten wir dann zumindest nicht zu spät in den Tag und wandern gemütlich am Atera Keikoku Gorge entlang wieder bis zur Hauptstraße. Die Strecke ist super schön (Bild 2). An der Flussmündung angekommen, kühlen wir uns ab und organisieren uns, da wir hier wieder Internetempfang haben, gleich noch über AirBnB eine Übernachtung für heute in Korfu, in der Nähe des Mount Fuji. Per Anhalter werden wir von zwei ganz lieben Muttis in ihrem Van und mit ihren 6 Kindern bis nach Magome zurück gefahren, wo wir unser untergestelltes Gepäck aufnehmen und dann erst per Bus zum Bahnhof nach Nakatsugawa und anschließend mit dem Zug bis nach Korfu fahren. Von hier aus soll es in den nächsten Tagen zum berühmten Mt. Fuji gehen. Erst am späten Abend treffen wir bei Akimi und Hiroshi ein, wo wir im Gästezimmer schlafen können.

 

Dienstag, 25.08.15

Das Wetter ist regnerisch und so müssen wir, auch aufgrund der anhaltend schlechten Vorhersage für die nächsten Tage und Wochen, unser Ziel, den Mt. Fuji zu besteigen, begraben. Es macht für uns einfach keinen Sinn, bei völliger Bewölkung und im Regen einen doch recht anspruchsvollen Walk zu machen, nur um dann KEINE AUSSICHT zu genießen… Unser nächstes Ziel heißt Hokkaido. Die Nördliche Hauptinsel Japans reizt uns vor allem, weil es dort sehr grün und ruhig sein soll. Immer wieder haben unsere japanischen Bekanntschaften uns empfohlen, unbedingt dort hin zu fahren. Auf dem Weg dahin planen wir noch einen Zwischenstopp in Sendai. Dort haben wir uns per Couchsurfing eine Unterkunft organisiert. Ansonsten verbringen wir den Tag in Korfu heute mit Blog schreiben und der weiteren Reiseplanung zu Hokkaido, bevor es dann morgen weiter geht (Bild 3). In Korfu selbst machen wir noch eine kleine Radtour, die aufgrund des schlechten Wetters allerdings kurz ausfällt und keine wirklichen Highlights zu bieten hat.

 

Mittwoch, 26.08.15

Wir starten mit dem Zug von Korfu aus nach Sendai. Mit unserem Studenten-Zug-Pass können wir zwar überall, ohne extra zu zahlen, lang fahren, aber wir dürfen keine Schnellzüge nehmen. So zieht sich die Fahrt nach Sendai bis zum Abend, wo uns Naoko schon am Bahnhof empfängt. Die rüstige Rentnerin ist seit 28 Jahren Taichi-Lehrerin und lernt nebenbei gerade Englisch. Da kommt für sie das Couchsurfing natürlich gerade recht, denn so trifft sie Leute aus aller Welt. In ihrer Wohnung im 11. Stock angekommen, können wir eine super Aussicht auf die Stadt genießen (Bild 4). Als Highlight des Tages überrascht sie uns dann noch mit einem leckeren japanischen Abendessen.

 

Donnerstag, 27.08.15

Heute sehen wir uns Sendai mal aus der Nähe an. Dazu nimmt uns Naoko mit ihrem heißen Stadtflitzer (Bild 5) bis zum Sendai-Castle, also dem alten Schloss, mit. Sie selbst hat ein paar Stunden Taichi heute und kann uns daher nicht begleiten. Am Schloss angekommen, stellen wir erst mal fest, dass es eben dieses gar nicht mehr gibt. Auf den alten Ruinen kann man zumindest einiges über die Geschichte der Stadt lernen und hat dabei noch einen tollen Ausblick auf die Stadt uns das Umland. Wir nehmen uns der Geschichte der Samurai-Kultur hier an (Bild 6) und genießen das absolut leckere Zunda Saryo, eine Art Milch-Shake aus Bohnen und Sahne… schmeckt ein bissl wie Eis mit Griesbrei-Geschmack, einfach der Hammer.

Im Anschluss schlendern wir noch zum Stadtmuseum, wo wir eine Menge über die alte Samurai-Kultur hier in Sendai lernen. Zum Mittagessen gehen wir dann weiter Richtung Innenstadt. Hier landen wir mal wieder beim Italiener. Im Saizeria gibt’s heute Schnecken, Nudeln, Pizza und Wein zu, mal wieder, unschlagbaren Preisen… Später am Abend treffen wir uns dann alle wieder bei Naoko zu Hause wo es heute deutsche Kost gibt: Buletten mit Kartoffelbrei und Möhren =0)

 

Freitag, 28.08.15

Ab in die Berge.. Naoko nimmt uns heute mit nach Yamadera. Dort wartet eine große Tempelanlage tief in den Bergen auf uns. Unterwegs erklärt sie uns, warum die Gegend hier so gut besucht ist und was es so mit den einzelnen Tempeln auf sich hat. Dabei legt sie auch ein gutes Tempo vor. Wir erfreuen uns daran, der Stadt entkommen zu sein und inhalieren die Schönheit und Ruhe der Natur (Bild 7)… Im Anschluss fahren wir weiter nach Matsuschima. Ein schöner Strand, noch mehr Tempel und ein leckeres Mittagessen in einer kleinen Wirtschaft am Straßenrand runden unseren schönen Ausflug hier ab. Dabei müssen wir wirklich mal wieder fest stellen, dass das Essen in Japan bisher wirklich immer richtig lecker ist.

Nachdem wir am späten Nachmittag wieder in Sendai ankommen, fährt Naoko mit uns noch einmal quer durch die Stadt. Wir wollen uns eine Campingausrüstung zulegen und nachdem wir von den Preisen in den Fachgeschäften nicht gerade angetan waren (das günstigste kostete 20.000 Yen, also ca. 150 €), wollen wir heute in einen der Gebrauchtwaren-Läden fahren. Im Hard-off gibt es nahezu alles, was man sich vorstellen kann. Von Geschirr über Golfschläger bis hin zu Kühlschränken und vor allem Campingausrüstung. Wir finden ein paar Zelte für ca. 35 €, wollen aber morgen nochmal woanders schauen.

 

Samstag, 29.08.15

Nach ausgiebigem Ausschlafen und Frühstücken gehen wir in die Stadt. Mission: Zeltkauf steht noch aus. In der Stadt fahren wir zunächst in einen Baumarkt. Im Do-It-Yourself finden wir das günstigste 2-Mann-Zelt für 5.500 Yen, also ca. 40 Euro. Das klingt schon mal gut. Aber bevor wir zuschlagen, wollen wir es noch in einem anderen Hard-Off in der Stadt probieren. Vorher gibt’s zur Belohnung aber erst mal einen Besuch in einer Sushi-Bar, wo wir uns mal wieder kräftig verwöhnen…

Im Anschluss fahren wir dann in den anderen Hard-off und finden schließlich unser Zelt. 1.500 Yen, also gerade mal 10 EURO kostet uns das Schnäppchen. Dazu gibt’s noch zwei Schlafsäcke für jeweils 5 EUR!!! Voller Stolz präsentieren wir Naoko am Abend unsere neue Ausrüstung.

Sonntag, 30.08.15

Wir planen unseren Trip nach Hokkaido. Wir werden morgen von Sendai aus 2 volle Tage nur mit dem Zug unterwegs sein. Daher wollen wir schon mal vorher alles organisieren. Wo wollen wir hin? Wo können wir campen? Usw. Am Nachmittag besorgen wir uns dann im Baumarkt noch Camping-Kocher, Topf und Isomatten und vervollständigen so unser Outdoor-Equipment.

Jetzt kann Hokkaido kommen!

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