Month: June 2014

#36 – Woche in Bildern

Woche 36 – Familienleben in Broome

 

1 – Montag, 16.06.2014

Mira und Ihre 3 Kids: Luna, Enya und Robin, haben es uns mit ihrer Herzlichkeit sehr leicht gemacht, uns übers Wochenende einzuleben. Wir genießen das Familienleben und möchten natürlich auch etwas zurückgeben. Heute startet Rico, mit Robin, sein Fahrrad um zu gestalten. Aus seinem Alten ist er rausgewachsen und das Neue (das Gleiche fährt auch Enya) ist ihm zu mädchenhaft (weiß mit Blumenaufklebern). Also ab geht’s in den Baumarkt. Farbe kaufen (schön matt scharz), neuen Sattel und noch Dies und Das organisieren, um die Räder der restlichen Familie wieder in Schuss zu bringen. Rico ist in seinem Element und steckt den 9 Jahre alten Robin an. Die nächsten Tage heißt es: Reifen flicken, neuen Lenker bei Enyas Bike verbauen, Robins Rad auseinander schrauben, Rahmen abschleifen, lackieren und wieder zusammenbauen.

2 – Dienstag, 17.06.2014

Am Sonntag haben wir noch als Zuschauer in der Zirkusshow gesessen. Heute dürfen wir selbst mal ran. Mira ist sehr engagiert in der örtlichen Zirkusschule (wie viele ihrer Geschwister in Deutschland auch) und logisch, dass ihre Kinder auch regelmäßig zum Zirkustraining gehen. Dienstag sind die Erwachsenen dran und Mira nimmt uns mit: wir starten mit Seil springen zum aufwärmen und nach den Dehnübungen geht es gleich mit Hebefiguren los. Rico war als Superman unschlagbar – leider ist das Foto nix geworden – aber es gibt Videobeweis. Anschließend tasten wir uns über Rolle vorwärts, Handstand und Sprungübungen immer näher an einen Salto ran. Unglaublich wie schwer es ist, so eine verdammte Rolle vorwärts nach gefühlten 50 Jahren mal wieder zu machen, ganz abgesehen von dem Handstand. Am Ende haben wir uns dann doch ganz gut angestellt. Zum Schluss gab es noch eine Lektion Jonglieren und einen kurzen Hoolahoop-Fight (zum schreien, wenn sich Männer gegenseitig jagen und dabei einen Reifen um ihre Hüfte kreisen lassen).

3 – Mittwoch, 18.06.2014

Durch das gestrige „Ganzkörpertraining“ fühlen wir uns heute wie 90 und können uns nur unter Mühen und Stöhnen bewegen. Was so 2 Stunden Zirkustraining anrichten können ist schon unglaublich – besser als jedes Fitnessstudio oder Kurstraining. Zumindest unsere geistigen Fähigkeiten sind noch brauchbar, also helfen wir heute gern bei den Hausaufgaben. Schon verrückt, was die Kinder hier so zu Hause alles noch machen müssen: seitenweise Mathe, Vorträge mit PowerPointPräsentationen oder Zellmodelle mit erklärendem Poster.

4 – Donnerstag, 19.06.2014

Legoclub – es gibt schon tolle Aktivitäten für Kinder. Ela liegt heute mit ner Erkältung flach. Da Mira kurzfristig jemanden braucht, der mit Robin in der Bibliothek beim Legoclub bleibt, kommt es Rico ganz recht. Heutiges Motto: Spinnen. Rico geht ganz in seinem Element auf und bastelt als einziger Erwachsener fleißig mit. Durch das Lob von dem Leiter und den Kindern ganz benebelt, kommt er stolz zurück und berichtet fasziniert von seinem Legoabenteuer.

5 – Freitag, 20.06.2014

Rico und Bundy im Park. Ein Familienmitglied haben wir bisher nicht erwähnt: Bundy – mal wieder ein süßer Hund, der unserem Charme nicht wieder stehen kann (und umgekehrt). Da Ela sich noch auskurieren muss, reicht es heute nur für eine späte Runde im Park mit Bundy. Er jedenfalls freut sich über den Auslauf und Rico gibt Ela nebenbei ein Training im Umgang mit Hunden. Wieder was dazu gelernt.

6 – Samstag, 21.06.2014

Zirkusshow. Heute hat die Älteste Tocher Luna einen Auftritt mit ihrer Zirkustruppe. Zehn mal im Jahr finden hier Pferderennen statt und hier darf die Zirkusschule ihr Können demonstrieren. Mira organisiert uns kostenfreien Zutritt, sogar zum Mitgliederbereich, dass wir dabei sein können. Was wir nicht wussten: hier herrscht Dresscode! Keine FlipFlops, nicht barfuss und keine Axelshirts. Gut, dass wir alles im Bus haben. Rico flitzt nochmal schnell zurück und holt sich ein Poloshirt und Ela hat Glück, dass Ihr ein Mädchen aus der Zirkustruppe die Schuhe leiht.

7 – Sonntag, 20.06.2014

Großes Brezelessen. Kaum zu fassen, was wir mal wieder für ein Glück mit unserer Couchsurfingfamilie haben. Nicht nur dass sie uns wie Familienangehörige aufgenommen haben, Mira ist auch noch eine sensationelle Köchin. Heute hat Sie uns allen Brezeln gezaubert. Die schmecken wie zu Hause und das ging ganz einfach. Ela kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Hefeteig machen, Wasser in einem Topf mit etwas Natron (Backsoda) zu einer Lauge mischen, Brezeln formen, in der Lauge kurz kochen, mit Salz bestreuen und ab in den Backofen. Yum.

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#35 – Woche in Bildern

Woche 35 – von Port Hedland Nach Broome

1 – Montag, 09.06.2014

Per Couchsurfing haben wir eine Übernachtungsmöglichkeit in Broome gefunden, die wir am Donnerstag anlaufen können. Wir haben also kurzum geplant, wie wir die Woche am besten verbringen. Da wir gestern nicht mehr zum Blog-Arbeiten und anderen Dingen gekommen sind, haben wir mal wieder auf einem Campground um eine Nacht verlängert. Wir hatten ja Julia und Ralf aus der Schweiz kennen gelernt und mit Ihnen – ohne es zu merken – den ganzen Nachmittag und Abend verbracht. War wirklich klasse mit den beiden, aber die Arbeit muss halt auch irgendwann gemacht werden… Tagsüber beim Schlendern um den Campground trifft man ne Menge unterschiedlicher Leute und Übernachtungsmöglichkeiten, wie unser Nachbar mit seinem Trike mit Campinganhänger, skuril, aber Praktisch…

2 – Dienstag, 10.06.2014

Unser erstes Buschfeuer hautnah – Heute geht es weiter Richtung Broome. Als Zwischenstation fahren wir noch Cape Keraudren an. Unterwegs bemerken wir mal wieder Rauch am Horizont. Nur diesmal kommen wir an dem Buschfeuer direkt vorbei. Etwas ratlos und unsicher, und von der Situation beeindruckt, überlegen wir, wie wir damit umgehen sollen. Feuerwehr anrufen? Notruf? Oder jemanden anhalten? Viele Fragezeichen. Wir entscheiden uns schlussendlich, den, in der Richtung des Feuer gelegenen, Campground, anzurufen und sie (aus unserer Sicht) zu alarmieren. Die wissen bestimmt was zu tun ist. Zu unserer Überraschung zeigen diese sich unbeeindruckt, lediglich mit dem Hinweis, dass sie das Feuer schon gesehen haben, und es sich ja NUR auf dem Nachbargrundstück abspielt. Ja – Feuer scheinen hier an der Tagesordnung zu stehen. Willkommen in Australien. In Deutschland wären an der Stelle mindestens 5 Löschfahrzeuge präsent und der Highway gesperrt.

Am Cape Keraudren angekommen suchen wir uns einen ruhigen Campingspot aus und genießen nach 4 Tagen Beton, Autos und Stadt wieder Meer, Strand, Natur und Ruhe…

3 – Mittwoch, 11.06.2014

Nach unserem Brunch werden wir vom Ranger schon mal vorgewarnt, dass wir wegen Flutgefahr bis zum Abend etwas weiter vom Wasser weg parken sollen. Angeblich stehen ab 7 Uhr morgen früh bereits die Toiletten-Anlagen unter Wasser, danach steigts noch weiter bis zu unserer Parkstelle!!! Naja, machen wir später. Da wir schon mal hier sind, machen wir heute einen ausgiebigen Strandspaziergang. Dabei kann Ela natürlich nicht widerstehen, bei der riesigen Auswahl an Muscheln, zuzugreifen. Neben Korallen, hellblauem – aber kaltem – Wasser und weißem puderfeinen Sand finden wir hier vor allem viele Krabben und Krebse. Als Ela dann bald beide Hände voller Muscheln hat und auch nix mehr tragen kann, kehren wir dann – nebenbei noch gut gebräunt – zum Camper zurück. Vorm Abendessen wird dann auch noch schnell umgeparkt.

4 – Donnerstag, 12.06.2014

Hallo Broome – Hallo neue Couchsurfingfamilie. Bevor Mira (auch aus Deutschland, aber auch schon viele Jahre „Australierin“) und ihre Kids uns aufnehmen konnten, mussten wir ja erst noch die angekündigte „Flut“ überstehen. Natürlich für uns, als hochwassererfahrene und -geplagte Dresdner, kein Problem. Wie so oft stellen wir, am Morgen dann aber fest, dass die Aussies übervorsichtig mit ihrer Prognose waren. Das Wasser steht zwar bissl höher als normal, aber die Wege und Plätze sind weit davon entfernt, geflutet zu werden. Schon komisch: Bei Buschfeuer oder wenn es darum geht 70-Meter Bäume hoch zu klettern, sind die Aussies total locker und bei anderen Sachen wie zum Beispiel Entfernungsangaben bei Wanderstrecken oder wie hier bei „Flutgefahr“ sind sie wieder super extrem vorsichtig. Wie denn nun?

Schlimmer war da der Sturm heute Morgen. Der rote Sand flog uns nicht nur um die Ohren, sondern auch in jede Ritze von unserem Bus – Innen und Aussen. Also gings ohne Frühstück auf nach Broome. Das haben wir lieber später auf einem etwas weniger windigen Rastplatz nachgeholt um dann gut gestärkt die letzten 400 Kilometer nach Broome und zu Mira und ihren Kids zurück zu legen.

5 – Freitag, 13.06.2014

An unserem ersten Tag in Broome erkunden wir nur kurz per Van die Gegend und kommend passend in der Dämmerung am Cable Beach vorbei. Zugegeben wir haben nach einer langen Nacht mit Mira – gab ja viel zu erzählen und auszutauschen – noch nicht wirklich den Sinn für Sightseeing gehabt. Also nach einem frischen gemahlenen Kaffee und einem ausgedehnten Frühstück gegen Mittag ging es für eine kurze Runde durch die Stadt. Chinatown, Townbeach, Cemetary und Cable Beach – grobe Orientierung, Strand bestaunen und ab zurück ins turbulente Familienleben.

6 – Samstag, 14.06.2014

Absolutes Highlight heute? Archie Roach! Das ist DER Aboriginikünstler – und er gibt heute ein Konzert in Broome. Mira ist absolut begeistert und überzeugt uns, mit Youtubevideos und ihrer Begeisterung, mitzugehen. So ziehen wir mit ihr und ihren Mädels los, um gleich kulturell einzutauchen.

7 – Sonntag, 15.06.2014

Und heute gleich das nächste Highlight. Wir sind perfekt zum Vollmond angekommen. Perfekt, weil Du nur kurz nach Vollmond „den Treppenaufgang zum Mond“ (Staircase to the Moon) am Townbeach beobachten kannst. Der orange leuchtende Mond geht über dem Meer auf und durch die kilometerweite Ebbe sieht es so aus, als würde sich nach und nach ein Treppenaufgang zum Mond auftun. Einfach schön – ja mal wieder was für Romantiker und Kitschliebhaber – aber auch für alle Freunde des Schönen.

Natürlich gibt es zu diesem Anlass auch einen Staircase-Markt, mit allem was das Herz – vor allem das Kinderherz – begehrt. Dank Mira wussten wir auch, dass es heute noch eine Zirkusshow geben wird. Kurz nach dem Mondspektakel gings auch los und wir konnten eine wirklich gut Show im Freien bestaunen.

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#34 – Woche in Bildern

Woche 34 – Karijini und Port Hedland

 

1 – Montag, 02.06.2014

Heute verlassen wir den Cape Range Nationalpark und machen uns auf den Weg zum nächsten: Karijini. Wieder einmal geht es stundenlang gerade aus mit sich kaum verändernder Landschaft. Als endlich ein paar Bergen bzw. Gesteinsformationen auftauchen freuen wir uns über die Abwechslung und bestaunen die Landschaft. Kurz vor Sonnenuntergang kommen wir auf einem 24-Stunden Parkplatz (Overnighter) mit Toilette – yippie – an.

2 – Dienstag, 03.06.2014

Ausblick vom Mount Bruce, am Eingang des Karijini, auf eine Mine im Hintergrund. Wir sind jetzt in der Minengegend angekommen. Nach einer langen Fahrt entschließen wir uns, nur zum nahe gelegenen Aussichtspunkt zu laufen, anstatt den Mount Bruce ganz zu besteigen. Das würde dann 5 Stunden dauern. Da wären wir vor der Dämmerung nicht zurück. Trotz, dass der Berg nur irgendwas um die 600 Meter hoch war, ist er der zweit höchste in Westaustralien. Anschließend geht’s für uns ins Bushcamp im Nationalpark. Zum Glück bekommen wir einen Platz, der etwas Schatten spendet. Die Nächte sind hier mit 10 – 15 Grad kalt, die Tage mit 25-30 Grad aber heiß.

3 – Mittwoch, 04.06.2014

Nach einem unerwartetet kurzen Ausflug in die Dales-Schlucht (Gorge) verbringen wir den restlichen Tag mit unseren „Nachbarn“ Shane und Shaz aus Neuseeland beim Karten spielen, quatschen und Wein trinken. Wir kamen gestern Abend mit den Zweien schon in Kontakt und haben uns heute Morgen zusammen auf Entdeckungstour durch den Dales-Gorge begeben. Die Australier sind hier mit ihren Dauerangaben für die Wanderstrecken durch die Schluchten übervorsichtig. Beispielhaft: für 500 Meter hin und zurück 45 Minuten einplanen!!! Naja, wir waren irgendwie wesentlich schneller und so kam es, dass wir nach einer Stunde schon am Ende der Tagestour, am Badepool, ankamen. Und da haben wir uns durch Fotografieren schon sehr sehr sehr viel Zeit gelassen. Trotz, dass es kalt war, sind wir da auch ins Wasser gesprungen, um das Salzwasser vom Meer runter zu waschen. Am Ende waren wir, nach insgesamt ca. 2 Stunden, gegen späten Mittag, schon wieder zurück im Camp.

4 – Donnerstag, 05.06.2014

Klettertag im Hancock- und Weano-Gorge. Eigentlich wollten wir heute schon weiter reisen, da uns von der Schotterpiste zu den anderen Gorges abgeraten worden ist. Shane und Shaz haben uns angesteckt und wir probierten es. 50 km ungeteerte Straße. Die ersten 30 km waren ganz ok… nur die letzten 20 waren wieder einmal eine Geduldsprobe. Wir kommen an und es hat sich gelohnt. Wir treffen am Ende des ersten Gorges Shane und Shaz wieder und klettern so gemeinsam durch den Tag. Es geht zum Handrailpool (hier heißt es an einer Stange festhalten und steil runterklettern), wir bewältigen der Spiderwalk (wie Kaminklettern, nur vorwärts) und das ein oder andere Mal heißt es heute: Schuhe aus und nass werden. Schön. Wir kommen heute zur Dämmerung erst zurück. Trotz, dass wir von der frischen Luft, der Hitze, dem kalten Wasser und der Kletterei etwas geschafft sind, sitzen wir wieder bis in die Nacht mit unseren Kiwis zusammen. Wir raffen uns sogar auf, nochmal zum Aussichtspunkt zu laufen und die Sterne anzuschauen.

5 – Freitag, 06.06.2014

Roadtrains. Heute geht’s über den Great Northern Highway nach Port Hedland. Wie gesagt wir sind in einer Minengegend. Es wimmelt hier nur so von diesen riesigen Roadtrains. Spannend ist es, wenn uns so einer auch noch überholt!!!

6 – Samstag, 07.06.2014

Und wieder ein Office-Tag. Wir sind gestern Abend auf dem einzigen vernünftigen Campground in Port Hedland angekommen und nutzen wieder die Gelegenheit! Strom, Duschen, Waschmaschine und ab und zu in den Pool springen. Port Hedland ist nicht wirklich schön und bietet auch nichts sehenswertes, aber hier lässt es sich aushalten. So können wir in Ruhe Couchsurfing für Broome organisieren, die weitere Route planen, die Woche in Bildern schreiben und zusammen stellen und relaxen.

7 – Sonntag, 08.06.2014

Shopping – wir wollen unsere Tanks und Vorräte auffrischen und machen uns auf den Weg nach South Hedland und anschließend nach Port Hedland. So kommen wir auch an der einzigen Attraktion – dem Hafen – vorbei. Leider sind heute nur 2 große Tanker zu sehen. Am späteren Nachmittag setzen wir uns mit unseren „Nachbarn“ Ralf, aus der Schweiz und Julia, aus Österreich, auf einen Kaffee zusammen. Daraus wird dann irgendwie der gesamte Abend. Wir quatschen und naschen und so vergeht die Zeit wie im Flug. Gegen 22:00 machen wir uns dann noch ein leichtes Abendessen und genießen das bei dem ersten Teil der dritten Staffel der BBC-Sherlock-Reihe. Bei euch müsste die grad im TV laufen. Hier konnten wir Sie, natürlich in Englisch, schon auf DVD erstehen. Sensationell – einfach der beste Sherlock – und wir sind glücklich! 🙂

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#33 – Woche in Bildern

Woche 33 – Coral Bay, Exmouth, and Cape Range National Park

 

1 – Montag, 26.05.2014

Unser erster Schnorchelgang. Wie doof muss man eigentlich sein. Bisher haben wir nicht gedacht, dass das mit dem Schnorcheln so spektakulär ist und die Chancen, wie auf den Gili´s, dazu auch guten Gewissens nicht genutzt – Jetzt sind wir vom Gegenteil überzeugt. Beim Buskauf war ein Schnorchelset dabei. Naja Gelegenheit macht Schnorchler – also ab gings und? Schön wars. Point Quobba, hier sind wir gestern angekommen, hat sich prima angeboten und so nutzen wir den ganzen Tag für unsere neugewonnene Leidenschaft. Praktisch, dass unser Campground direkt am Meer liegt und mit 11 AUD (ca. 8 EUR) pro Tag auch echt günstig ist. Die Vorräte sind gut bestückt, also treibt uns auch nichts weg von hier. Das einzige was ab und zu stört sind die Dieselgeneratoren einiger Nachbarn, die zum Teil bis in die Nacht laufen.

2 – Dienstag, 27.05.2014

Heute geht es weiter nach Norden. Highlight des Tages? 40 Km Schotterpiste und dann doch umkehren. Der Plan ist zur Gnaraloo Station, einem Campground ca 80 km von Quobba entfernt, zu fahren. Glen aus Perth hat uns die Stelle sehr empfohlen, und so wollen wir natürlich auch hin. Das Problem: Die Straße dahin ist nicht befestigt und in so schlechtem Zustand (durch die großen Reifen der Jeeps und LKWs wurde der sandige Untergrund so extrem aufgeraut und wellig gefahren, dass wir mit unserem kleinen Camper jeden einzelnen Huckel mehr als nur spüren. Ein echter Gewaltakt), dass es für unsere Thelma nur schwer zu ertragen ist. Nach vierzig Kilometern! entscheiden wir uns schließlich, auf halber Strecke, aus Sorge um unsere Thelma und unsere Nerven, wieder umzukehren.

Wir brauchen also ein neues Ziel für den Tag. Nach kurzer Suche auf unserer App im Telefon entscheiden wir uns, auf dem Weg nach Coral Bay, die Warroora Station anzufahren – ist im Prinzip wie überall hier, direkt am Meer, recht günstig (10 AUD pro Person) und gut zu erfahren. Das einzige Novum für uns hier ist, dass es keine Toiletten gibt! Vom Caretaker (Verwalter) müssen wir für 10 Dollar pro Tag ein Chemie-Klo mieten. Dafür haben wir jetzt ein Klo mit sensationellem Ausblick! Wer kann schon von sich behaupten so einen schönen Sonnenuntergang, direkt vom Lokus aus beobachtet zu haben! Wir jetzt schon.

3 – Mittwoch, 28.05.201

Nein das ist keine Burka für Männer – das ist die neue Fliegen-Schutz-Mode. Bis zum Sonnenuntergang wimmelt es hier nur so (australien-typisch) von diesen kleinen nervigen Biestern. Da sie vor allem in Nase, Mund, Ohren und Augen fliegen, hat Rico sich einen Ganzkörper-Schutzanzug gebastelt – sieht dämlich aus, hilft aber.

Nach der langen und nervenaufreibenden Fahrt gestern hatten wir uns entschieden, für einen weiteren Tag hier zu bleiben und zu entspannen. Da hatten wir an die Fliegen noch nicht gedacht. Trotz alledem hat es sich gelohnt, denn am späten Nachmittag, als die Ebbe ihren Höhepunkt erreicht, folgen wir zwei Campern, die sich auf dem trocken gelegten Meeresboden rum treiben und nach Oktopussen Ausschau halten. Rico packt das Jagdfieber und zusammen fangen sie 6 Tintenfische. Sie werden mit einem Stock, an dessen Ende Angelhaken befestigt sind, aus ihren Verstecken geangelt. Danach wird ihnen der Kopf abgeschnitten und die „Tinte“ abgespült. Schwieriger ist da schon die Antwort auf die Frage, was man nun mit ihnen macht. Sie werden erstmal für ein paar Tage abgehangen, um sie weniger zäh werden zu lassen. Danach werden sie in kleine Stücke geschnitten und frittiert. Beim Oktopus-Fangen geht es viel mehr um den Spaß an der Jagd, als um den Genuss beim Verzehr. Leider haben wir kein Foto davon. Wobei wenn wir es recht bedenken ist das vielleicht auch besser so.

4 – Donnerstag, 29.05.2014

Wallabee- und Känguruhalarm. Wir haben noch nie seit wir in Australien sind so viele auf einem Haufen gesehen. Heute sind so viele vor uns über die Straße gerannt, dass es uns schon fast an das Gewimmel im Kaufland vor einem Feiertag erinnert hat. Wo? Im Cape Range Nationalpark. Wann? In der Abenddämmerung? Warum? Da fangen wir besser am Beginn des Tages an…

Heute ging es weiter Richtung Norden nach Coral Bay. Der Ort ist, wie der Name schon sagt, für seine schöne Unterwasserwelt bekannt. Das nutzen wir auch gleich und springen ins Wasser, nachdem wir noch eine zweite vollständige Schnorchel-Ausrüstung besorgt haben. Auch wenn das Schnorcheln hier superschön war, sind wir uns schnell einig, dass wir hier nicht bleiben wollen. Zu voll, zu viele Backpacker, nur überteuerte Campingplätze und kein gutes Gefühl.

Wir mögen es da lieber etwas ruhiger und entspannter und haben so den Cape Range National Park als unser neues Ziel auserkohren. Da wir in Exmouth (liegt auf dem Weg zum Park) noch etwas länger brauchen, um unsere Benzin-, Trinkwasser-Tanks und Lebensmittel aufzufüllen, machen wir uns recht spät am Nachmittag auf, die 80 km zum Park zurückzulegen. Unterwegs sehen wir flüchtig Schilder, dass alle Campsites voll seien. Etwas ungläubig fahren wir, wie einige Autos vor und hinter uns, trotzdem rein. Kaum den Eingang zum Park überquert, beginnt der „Känguruhregen“. Es fängt an zu dämmern und für die Tierchen geht’s ab zum Meer. Kaum zu glauben! Wir erfahren später, das sie hierher kommen, um zu baden. Völlig abgelenkt kommen wir an unserem Wunsch-Campingplatz an und müssen in der Tat feststellen, dass alle Plätze im gesamten Nationalpark schon vergeben sind. Toll! Ergo wir müssen die ganze Strecke mit der „lebendigen Känguruhwand“ wieder zurück zum nächsten privaten Campingplatz. Yardie Creek Homestead Caravan Park. Wir kommen zum Glück heile an und freuen uns hier noch einen Platz zu bekommen.

5 – Freitag, 30.05.2014

Wir legen einen Officetag ein. Gestern mussten wir ja feststellen, dass der gesamte Park ausgebucht war. Durch David den Caretaker (Platzverwalter) haben wir erfahren, dass es für uns 2 Optionen gibt: 1. Früh um sechs Uhr am Parkeingang anstellen und auf einen Übernachtungsplatz für eine Nacht hoffen. 2. Online für den übernächsten Tag buchen. Leider hatte er sich nicth durch die Geburtstagskarte erweichen lassen. So haben wir uns natürlich für Variante 2 entschieden und gestern Abend noch 2 Nächte ab Morgen gebucht. So können wir Ricos Geburtstag mit Schnorcheln und am Strand relaxen verbingen. Voll ausgestattet, mit Strom, Internet, Duschen, Swimming-Pool usw. genießen wir heute den Tag im Pool und nutzen die Zeit für unseren Blog und die weitere Reiseplanung.

6 und 7 – Samstag, 31.05.2014

Happy Birthday Rico! Ja, heute wird er 31. Der Morgen startet schon mal grandios mit Ela’s selbstgemachtem Kuchen zum Frühstück (Bild 6). An dem hat Sie gestern ganz fleißig gebastelt. Außerdem können wir heute endlich in den Cape Range fahren. Bevor wir aufbrechen, spricht uns Paul, einer der anderen Camper, aus dem Auto aus an, ob wir gern etwas Fisch haben möchten. Er hat am Morgen bzw. Vormittag so viel gefangen, dass er es unmöglich alles allein essen kann. Da sagen wir natürlich nicht nein. Und noch mal Happy Birthday Rico (Bild 7). Unglaublich: Paul filetiert uns die gesamte riesige Makrele und gibt uns noch die Hälfte vom Mahi-Mahi (auch Delphin-Fisch) mit auf die Reise. So viel, dass wir unseren Mini-Kühlschrank gerade noch so zu bekommen. Jetzt kanns also losgehen! Wir halten an ein paar Beaches (Oyster Stack, Tourquise Bay) zum Schnorcheln an und kommen am Nachmittag am Kurrajong Campground an. David erkennt uns natürlich wieder und erinnert sich auch promt an Ricos Geburtstag.

Heute Abend gibt’s natürlich den leckeren Fisch. Leider übertreiben wir es etwas. Da wir so viel Fisch mitgenommen haben, müssen wir wenigstens die Hälfte heute kochen und essen. Das ist allerdings so viel, dass wir fast in ein Fischkoma fallen und seit diesem Zeitpunkt weder Fisch riechen noch essen können. Wer hätte das gedacht 🙂

8 – Sonntag, 01.06.2014

Im Kurrajong Campground haben wir heute reichlich Zeit, den Beach, das Meer und die Umgebung zu genießen. Es hat sich echt gelohnt, 2 Tage zu warten, um hier einen Platz zu bekommen. Es gibt hier zwar – wie in den Nationalparks üblich – keinen Strom, keine Duschen und kein Wasser – aber dafür sind wir mitten in der Natur, ruhig und abgeschieden. Unseren Fischvorrat geben wir an unsere Nachbarn ab. Die freuen sich riesig, vor allem, da sie beim Angeln in den letzten Tagen kein Glück hatten. Das nennt man das wohl eine Win-Win-Situation =0) Am Abend werden wir dann noch zur „Happy Hour“ an den Strand eingeladen. Hier treffen sich alle Dauercamper zum Sonnenuntergang und tratschen über die Geschehnisse des Tages. Wir werden als die „Fish guys“ herzlich willkommen geheißen und jeder der Anwesenden will gleich alles mögliche über die „Neuen“ wissen. Es ist immer wieder schönn, zu erleben, wie schnell die Australier einen in ihre Gruppe aufnehmen. So unterhalten wir uns bis zum Abendessen mit Allen; über die besten Campspots, die klauenden Franzosen und sonstiges.

Gutes Stichwort: Abendessen. Nach unserer Fisch-Orgie von gestern gabs dann heute Steak und Süsskartoffelsalat. Yum.

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